Zehn Wochen vor ORF-Wahl: Lindner schon jetzt so gut wie sicher Generaldirektorin
- Schüssel und Pröll sollen sich längst geeinigt haben
- Mück gilt als Fixstarter als Informationsdirektor
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Knapp zehn Wochen dauert es noch bis zur Wahl eines neuen ORF-Generaldirektors. Zwar beginnt die Ausschreibungsfrist für die ORF-Spitze erst Ende Juni und endet am 30. Juli, schon jetzt scheint aber nach Hintergrundgesprächen mit ORF-Stiftungsräten quer durch die "Freundeskreise" klar, wer das Rennen bei der ORF-Wahl am 17. August machen wird. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und der in der ÖVP einflussreiche niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll haben sich demnach längst auf eine Wiederbestellung von ORF-Chefin Monika Lindner geeinigt, heißt es.
Lindner vor Mück lautet denn auch die "Stallorder" unter den VP-nahen ORF-Stiftungsräten, die für die Wahl der neuen ORF-Führung zuständig sind. Fernseh-Chefredakteur Werner Mück, der zuletzt von der Opposition heftig kritisiert und angefeindet wurde, gilt als Fixstarter für die Position des Informationsdirektors, gar nicht wenige auf konservativer Seite würden ihm auch die Führung des öffentlich-rechtlichen Senders zutrauen.
Mück überlässt Lindner das Feld
Mück hat freilich ebenso abgewunken wie ORF-Planungschef Wolfgang Lorenz. Er werde sich nicht bewerben und gehe davon aus, das Lindner wieder Generaldirektorin werde, so Mück gegenüber Medien. Angesichts des "Willens der Politik", Lindner als ORF-Generalin zu verlängern, wäre eine Kandidatur "Luxus", wurde auch Lorenz zitiert, der einer der Initiatoren der Projektreihe "25 Peaces" im von der Regierung ausgerufenen "Gedankenjahr" 2005 war.
Nur Außenseiterchancen für Klausnitzer & Co.
Mögliche Bewerber von außen dürften derzeit wenig Chancen haben. Ambitionen auf den höchsten Job am Küniglberg werden Rudi Klausnitzer, zuletzt Generalgeschäftsführer der News-Gruppe, und Helmut Brandstätter, ehemals Geschäftsführer und Chefredakteur des deutschen Nachrichtensenders n-tv und danach Chef beim Wiener Privatsender Puls TV, nachgesagt. Beide sollen zuletzt den Kontakt zu einzelnen Stiftungsräten gesucht haben. Ebenfalls im Gespräch ist der frühere ORF-Journalist und "Kurier"-Herausgeber Peter Rabl. "Ich habe eine Schiffsreise für Mitte August gebucht", dementierte Rabl jedoch unlängst im Hinblick auf den Termin der ORF-Wahl. Und er habe nicht vor, diese Reise zu stornieren.
Lindner kann mit VP-nahen Stimmen im Stiftungsrat rechnern
Lindner kann bei der August-Wahl jedenfalls mit den 15 Stimmen des VP-"Freundeskreises" im 35-köpfigen Stiftungsrat rechnen. Eine Niederlage bei der Besetzung der ORF-Chefetage wäre für Schüssel wenige Wochen vor der Nationalratswahl eine Blamage und könnte den gut geölten VP-Wahlkampfmotor noch einmal ins Stottern bringen. Man wolle "Schüssel nicht schaden" heißt es denn auch bei jenen Stiftungsräten des ÖVP-Freundeskreises, die Lindner weniger fachlich denn politisch schätzen. (apa/red)
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