Luftkampf um Gagen: AUA-Boss Ötsch muss
angeschlagene Airline auf Kurs bringen
- Hauptproblem Personal: Jeder Pilot casht 178.000
- Lufthansa-Piloten verdienen pro Jahr 30.000 weniger
·Konkurrenz für Ost- geschäft aus Westen
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·AUA: Heuer keine Kapitalerhöhung nötig
Boss Ötsch optimistisch: Liquidität nicht gefährdet
·Essen macht alle Flugpassagiere happy
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Über den Wolken ist die Freiheit grenzenlos. Und bei der AUA auch finanziell. Piloten der Austrian wird ihr Einsatz in der höchsten Gehaltsstufe mit einem Jahressalär von bis zu 178.000 Euro vergolten. So mancher Kapitän würde da gern vor Freude einen Looping hinlegen. AUA-Boss Alfred Ötsch treibt der Gedanke daran aber die Schweißperlen auf die Stirn. Denn er muss die mit 2,6 Milliarden Euro schwer verschuldete AUA sanieren und die Selbständigkeit der Fluglinie erhalten. Seine größte Herausforderung dabei: 8.468 teilweise bestens verdienende Mitarbeiter und ein Vorjahresverlust von 100 Millionen Euro.
Die überdurchschnittlichen Gehälter der Piloten erweisen sich als teures Übergepäck, das sich die AUA in ihrer derzeitigen Lage kaum noch leisten kann. Der Vergleich zeigt, dass bei anderen Airlines durchwegs günstiger geflogen wird. Und zwar nicht nur bei Billigfliegern, sondern auch bei der Lufthansa.
Unter Geheimhaltung: Ötsch arbeitete Sanierungsplan aus
Unter strikter Geheimhaltung hat Ötsch deshalb einen Sanierungsplan entwickelt, der genau hier ansetzt. Verhandlungen werden bereits geführt. Gerade einen Monat im Amt, will der neue AUA-Chef jetzt das Steuer herumreißen und die Personalkosten samt Sozialleistungen von 500 Millionen Euro pro Jahr deutlich reduzieren. Flexible Gehälter, bei US-Fluggesellschaften schon lange Usus, sollen der wichtigste Teil der Lösung sein.
Statt des bisherigen starren Gehalts soll es künftig ein Fixum plus eine vom Unternehmenserfolg abhängende variable Zahlung geben. Im Klartext: Verdient die AUA gut, freuen sich die Mitarbeiter über satte Gehälter. In mageren Zeiten allerdings muss auch das Personal den Pilotengürtel enger schnallen. Dies würde Ötsch den nötigen Spielraum für etwaige Probleme mit teurem Kerosin oder hartem Wettbewerb verschaffen.
Gehalt künftig abhängig von Unternehmenserfolg
Zwar hat Ötschs Vorgänger Vagn Soerensen die Einstiegsgehälter der drei Konzernmarken Austrian, Lauda Air und Austrian Arrows (Tyrolean) vereinheitlicht. Aber unter dem Druck von Streiks akzeptierte er eine teure Lösung. Die meisten Piloten fliegen noch im alten System - mit deutlichen finanziellen Unterschieden. Aufgrund langer Ausbildungszeiten und Karrierestationen bleiben die teuren Systemunterschiede noch über Jahre spürbar.
Überraschenderweise signalisieren die sonst so kampfeslustigen Belegschaftsvertreter Zustimmung für den Ötsch-Kurs. Ein Betriebsrat gegenüber NEWS: "Den andiskutierten variablen Gehaltsbestandteil finde ich nicht schlecht. Das führt zu einer Volatilität, die allen nützt. Dann gibt es eben Einschränkungen, wenn es dem Unternehmen schlecht geht, und es zahlt sich dafür aus, wenn es dem Unternehmen gut geht. Es kann auch ein Ansporn sein. Und ich gehe davon aus, dass es bei der AUA sehr rasch wieder nach oben gehen und sich auszahlen wird. Ich betrachte diese Maßnahme nicht als Sparkurs." Streiks dürften Ötsch demnach nicht ins Haus stehen.
Lesen Sie im aktuellen NEWS, wie die AUA wieder auf Kurs kommen soll!

