Tragischer Vorfall bei Mexiko: Stammgoalie
Sanchez nach Tod des Vaters abgereist
- "Tri" vier Tage vor WM-Auftakt ohne Nummer eins
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Ein Torwart-Drama überschattet den Start der mexikanischen Fußball-Nationalmannschaft in das WM-Turnier. Oswaldo Sanchez, Nummer eins im Team von Trainer Ricardo La Volpe, hat das Trainingslager in Göttingen wegen eines Trauerfalls in der Familie verlassen. Nach dem unerwarteten Tod seines Vaters Felipe Gonzales (55) flog der 32 Jahre alte Schlussmann von Deportivo Guadalajara in der Nacht zum Donnerstag zurück in seine Heimat. Ob und wann Sanchez zum WM-Team nach Deutschland zurückkehrt, ist noch ungewiss.
"Diese Entscheidung soll der Spieler nach Rücksprache mit seiner Familie selbst treffen. Wenn er es wünscht, werden wir alles unternehmen, damit er so schnell wie möglich zurückkommen kann", erklärte Sportdirektor Guillermo Cantu vom mexikanischen Verband am Donnerstag. Möglicherweise stößt Sanchez bereits am Samstag wieder zum WM-Team. Mexiko bestreitet das erste Spiel in der Gruppe D am Sonntag in Nürnberg gegen den Iran.
Die Todesnachricht war für die sonst so fröhlichen Mexikaner ein Schock. Die Pressekonferenz im Göttinger Medienzentrum verlief in ungewöhnlich stiller Atmosphäre. Vor allem Sanchez selbst hatte sich auf seine dritte WM-Teilnahme sehr gefreut. Zwei Mal war er "nur" der Ersatzmann, diesmal hatte er als unbestrittene Nummer eins im Team der "Tri" seinen Stammplatz sicher. Besonders tragisch: Der Vater, der an einem Herzinfarkt starb, wollte seinen Sohn an diesem Freitag besuchen und ihn bei der WM unterstützen.
"Wir werden das WM-Turnier dem Vater von Oswaldo Sanchez widmen", erklärten übereinstimmend die Spieler Rafael Marquez, Jared Borgetti und Pavel Pardo. Verteidiger Marques von Champions League-Sieger FC Barcelona hob die Leistungsstärke des Torhüters hervor: "Oswaldo ist wichtigstes Glied in der Mannschaft." Sollte er ausfallen, müssten Jose Corona oder Francisco Ochoa ins Tor. Laut Cantu ist der Weltverband FIFA über den Vorfall informiert. "Wir gehen davon aus, dass wir notfalls die Möglichkeit haben, einen Spieler für Oswaldo Sanchez nachzunominieren", sagte der Sportdirektor.
(apa)
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