Das sind sie Insel-Kicker nicht gewohnt: Engländer kamen bei 30 Grad ins Schwitzen
- Coach: "War wirklich heiß, hat uns zurückgeworfen"
- Glanzlose Leistung egal: "Wir haben drei Punkte"
·England startet mit 1:0 über Paraguay!
Eher glanzloser Sieg dank
eines Gamarra-Eigentores
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Schweden, Paraguay, Trinidad und England
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Trinidad-Tobago, England,
Paraguay und Schweden
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Auch in Deutschland
von Punkt gescheitert
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Einen Tag nach Gastgeber Deutschland hat mit England die nächste zum erweiterten Kreis der Titelanwärter zählende Mannschaft einen mühevollen Auftaktsieg erkämpft. Die Ursache für das glanzlose 1:0 am Samstag in Frankfurt gegen Paraguay war beim Weltmeister von 1966 schnell gefunden: Temperaturen von knapp 30 Krügeln im Schatten beim Anpfiff um 15:00 Uhr waren schuld daran, dass die Insel-Kicker gegen die Südamerikaner in der Schlussphase noch gehörig ins Schwitzen kamen.
"Es war wirklich heiß heute, das hat uns in der zweiten Hälfte zurückgeworfen", erklärte Teamchef Sven-Göran Eriksson. Kapitän David Beckham, der das entscheidende Eigentor durch Gamarra per Freistoß vorbereitet hatte, pflichtete seinem Coach bei, obwohl er als Legionär bei Real Madrid hitzeerprobt sein müsste. "Da draußen hatte es 28, 29 Grad", schnaufte der Mittelfeldspieler, "damit können Südamerikaner eben besser umgehen als Engländer."
Den Einwand, der Einbruch in der zweiten Hälfte sei möglicherweise auf mangelnde Kondition zurückzuführen, ließ er nicht gelten. "Wir waren erschöpft, aber nur wegen der Hitze. Normalerweise sind wir stark, denn unser Fitness-Level ist hoch", behauptete Beckham. Im Endeffekt zähle nur der Sieg, so der "Spice Boy". "Das war ein guter Start, wir haben die drei Punkte."
WM-Auftakt nicht Englands Metier
Einen siegreichen Auftakt bei einem großen Turnier legten die Engländer zuletzt 1998 (2:0 gegen Tunesien) hin. Bei Weltmeisterschaften hatten sie vor dem Turnier in Deutschland in elf Ouvertüren nur viermal die Oberhand behalten.
Abseits dieser Statistik gewann der Erfolg gegen Paraguay drei Stunden später noch mehr an Bedeutung, weil Schweden im Parallelspiel der Gruppe B gegen Trinidad & Tobago überraschend nicht über ein torloses Remis hinauskam. Dadurch hätten die Engländer bei einem Sieg am kommenden Donnerstag gegen den WM-Debütanten den Aufstieg schon nach dem zweiten Gruppenspiel geschafft.
Leistungssteigerung gegen Trinidad & Tobago
Gegen Trinidad & Tobago wird allerdings nicht nur das Achtelfinal-Ticket, sondern auch eine klare Leistungssteigerung angepeilt. "Wir wissen, dass wir besser spielen können", sagte Eriksson. Sollte den Engländern dennoch wieder die Luft ausgehen, können die vorverlegten Hundstage in Deutschland aber nicht mehr als Ausrede für schlappe "Three Lions" herhalten, schließlich beginnt das Match in Nürnberg erst um 18:00 Uhr.
In dieser Partie könnte es auch zum Comeback von Wayne Rooney kommen, dessen Fehlen sich gegen Paraguay deutlich bemerkbar machte. Der Jungstar ist nach überstandenem Mittelfußknochenbruch wieder voll ins Mannschaftstraining integriert. "Wenn wir glauben, dass er fit ist, wird er spielen", so Eriksson kryptisch.
Die Hitze in Frankfurt hat den englischen Fußballern zu einer ungewollten "Diät" verholfen. Die Spieler hätten zwischen fünf und sieben Pfund an Körpergewicht verloren, teilte der englische Verband FA mit.
Während der Partie gegen Paraguay hätten Kapitän David Beckham und Co. 70 Liter Wasser getrunken. Einige Spieler hätten sich in der Halbzeitpause mit Eisbeuteln abgekühlt. "Wir sind froh, dass die nächsten Spiele später stattfinden", sagte Beckham.
"England braucht Regen"
Englands Traum vom Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft könnte in der Hitze von Deutschland dahinschmelzen, vermutet Roque Santa Cruz. "Wahrscheinlich braucht England Regen um den Titel zu holen", erklärte der Stürmer von Paraguay nach der 0:1-Auftaktniederlage seines Teams gegen Beckham und Co.
"Man hat gesehen, dass sie damit Probleme hatten", sagte der Bayern-Angreifer, dessen Mannschaft den Rückfall des Gegners allerdings nicht ausnützen konnte. "Ein 1:1 wäre gerechter gewesen. In der zweiten Hälfte waren wir oft im Ballbesitz und hatten einige gute Chancen. England hat glücklich gewonnen."
Paraguays Teamchef Anibal Ruiz schloss sich der Meinung von Santa Cruz an und lobte seine Schützlinge. "Die Mannschaft hat großen Einsatz und große Leidenschaft gezeigt. Nach dem Rückschlag durch das frühere Gegentor haben wir ein Team kontrolliert, das bis ins Finale kommen könnte. Wir waren mit England auf einem Level."
Daher ist Ruiz auch optimistisch, im Fernduell mit Schweden und Trinidad & Tobago noch aufzusteigen. "Wir sind auf jeden Fall in der Lage, zwei gute Resultate zu holen und ins Achtelfinale aufzusteigen", sagte der Teamchef, der möglicherweise während des gesamten Turniers auf seinen Einser-Goalie Justo Villar verzichten muss. Der Schlussmann zog sich ohne Feindeinwirkung eine Muskelverletzung zu und fällt laut Ruiz zumindest zwei bis drei Wochen aus.
(apa/red)
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