Schlägereien und wütende Fans: Polizei verhaftet nach Eröffnungsspiel 17 Menschen
- Costaricaner feiern trotz Niederlage gegen Deutsche

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Bei Fan-Festen in München hat die Polizei bis zum Ende des WM-Eröffnungsspiels 17 Menschen festgenommen. An der Fan-Meile im Olympiapark gab es laut Polizei neun Festnahmen, als wütende Fußball-Fans das wegen des hohen Andrangs geschlossene Gelände stürmten. Die Fußballfans in Costa Rica hingegen haben sogar die 2:4-Niederlage gefeiert.
Der Public-Viewing-Bereich war gegen 16:30 Uhr geschlossen worden, weil sich bereits 35.000 Zuschauer darin befanden. Gegen 17:00 Uhr durchbrachen wartende Fans den Zaun, mehrere Menschen stürmten das Gelände. Neun von ihnen wurden gefasst, gegen sie wird wegen Hausfriedensbruchs, Bedrohung und Widerstands gegen die Staatsgewalt ermittelt.
Auf dem Marienplatz wurde außerdem ein Mann festgenommen, als er begann, wild mit einem Stock um sich zu schlagen. Verletzt wurde dabei aber niemand. In einem Biergarten wurde ein Däne von vier Deutschen verprügelt, weil er die falsche Fahne schwenkte. Zwei Deutsche wurden festgenommen.
Ruhige Feiern in Berlin
In ganz Deutschland haben mehr als eine Million Menschen friedliche Fan-Feste gefeiert. Schon wenige Minuten nach dem 4:2-Erfolg verlängerten die Fußball-Freunde am Abend per Auto-Corso die WM-Meilen in den Zentren deutscher Städte. Mit Hupkonzerten, Gesängen und in einem Fahnenmeer zogen die Fans jubelnd über die Boulevards.
Auf dem Berliner Kurfürstendamm und anderswo drückte die Polizei beide Augen zu: "Solange niemand gefährdet wird, schreiten wir nicht ein", sagte ein Sprecher. In München war laut Polizei zwischen Siegestor und Rheinstraße "kein Durchkommen mehr". Der Marienplatz wurde zum "Feierplatz" erklärt. Viele tausend Beamte sicherten die Stadien in München und Gelsenkirchen, wo die ersten Spiele ausgetragen wurden, und die Fan-Meilen in zahlreichen Städten.
Schon Stunden vor dem WM-Auftakt hatten sich die Fußballanhänger in Scharen vor den rund 200 Großbildleinwänden im ganzen Land versammelt. Pop- und Rockmusiker stimmten auf den ersten WM-Abend ein. In Bonn spielte das Beethoven-Orchester in Trikots der japanischen Nationalmannschaft Verdis Triumphmarsch aus "Aida". Später dominierten klassische Fußballsongs wie "Football's Coming Home", "We are the Champions" oder auch die deutschen WM-Hits "Fiiiinaaale, ohohoho" und "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin."
Der Andrang auf die Fan-Meilen war zeitweise kaum zu bewältigen. In Berlin versuchten polnische Hooligans über die Umzäunung zu klettern. Die Polizei hatte die Lage aber schnell unter Kontrolle (Bild links). Im Münchner Olympiapark musste das mit 35.000 Fans überfüllte Festgelände zeitweise geschlossen werden. Fest in britischer Hand war einen Tag vor dem Match England-Paraguay in Frankfurt/Main der Römerberg. Die Polizei erwartete mehr als 40.000 Engländer. In Frankfurt blieb es aber wie überall bis auf einige kleinere Rangeleien und Ohnmachtsanfälle durch Erschöpfung ruhig.
Costaricaner feierten auch Niederlage
Die Fußballfans in Costa Rica haben sich ihre Begeisterung für das WM-Eröffnungsspiel auch von der 2:4-Niederlage gegen Gastgeber Deutschland nicht verderben lassen. In der Hauptstadt San Jose waren am Freitag Zehntausende vor Großbildleinwänden über die beiden Treffer ihrer Elf glücklich.
Vor allem als Stürmerstar Wanchope das zweite Tor für den krassen Außenseiter aus dem kleinen mittelamerikanischen Staat erzielt hatte, brach ohrenbetäubender Jubel in der ganzen Stadt aus. Der ohnehin spärliche Verkehr auf den Straßen kam komplett zum Erliegen. Die Massen skandierten immer wieder "Costa Rica, du schaffst es" und machten sich Hoffnung auf die Sensation eines Remis.
Als dann für die "Ticos" doch nichts daraus wurde, tat das der Feststimmung in San Jose keinen Abbruch: Es wurden bis in die Nacht gefeiert. Präsident Oscar Arias Sanchez hatte den Tag der WM-Eröffnung zum landesweiten Feiertag erklärt. Während des Spiels blieben alle Geschäfte geschlossen.
(apa/red)
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