Montag, 5. Juni 2006

So viele wie noch nie: Österreichische Bundesliga stellt bei WM sechs Legionäre

  • Lokvenc, Sionko, Radomski, Mila, Didulica und Tokic
  • WM '94 in den USA kam ohne Austro-Beteiligung aus

Der österreichische Fußball steckt sportlich und finanziell in einer Krise, dennoch haben die Teamchefs der WM-Teilnehmer noch nie so viele Legionäre aus der österreichischen Fußball-Bundesliga einberufen wie für Deutschland 2006. Sechs Legionäre (inklusive dem von der Wiener Austria zu den Glasgow Rangers wechselnden Libor Sionko) sind bei der WM im Nachbarland dabei. Mehr Spieler aus der heimischen Bundesliga waren bisher nur dabei, als sich das ÖFB-Team für die WM-Endrunde qualifiziert hatte wie 1998 (13) oder 1990 (20).

Jeweils im Doppelpack haben die Teamchefs von Tschechien (Karel Brückner), Polen (Pawel Janas) und Kroatien (Zlatko Kranjcar) Spieler aus der T-Mobile Bundesliga nominiert. Brückner holte von Red Bull Salzburg Vratislav Lokvenc und Libor Sionko (bisher Austria Wien), Janas hat die beiden Austrianer Arkadiusz Radomski und Sebastian Mila in seinen 23 Mann-Kader berufen, Kranjcar hat ebenfalls von der Austria Joey Didulica und Mario Tokic nach Deutschland mitgenommen.

Ex-Admiraner und Vereinsloser Akoto für Togo
Aus Österreich ist auch Eric Akoto im Team von Togo dabei. Der Verteidiger, der in Perchtoldsdorf lebt, ist im Winter aus seinem Vertrag bei der Admira ausgetreten, seither vereinslos und hielt sich in Schwechat fit.

In Südkorea/Japan 2002 waren mit den Slowenen Ales Ceh (GAK) und Zoran Pavlovic (Austria Wien) sowie dem Russen Stanislaw Tschertschessow (FC Tirol) drei Österreich-Legionäre dabei. 1998 in Frankreich waren neben den 10 ÖFB-Teamspielern aus der heimischen Liga mit dem Norweger Vidar Riseth (LASK), dem Kameruner Samuel Ipoua (Rapid) und dem Südafrikaner Brendan Augustine (LASK) ebenfalls drei Legionäre bei der WM. Die WM 1994 in den USA in der Ära vor Bosman lief gänzlich ohne österreichischen Beitrag ab.
(apa/red)

5.6.2006 17:55