Sonntag, 11. Juni 2006

Dauphiné-Rundfahrt: US-Amerikaner Levi Leipheimer siegt, Kohl sensationell Dritter

Für Österreichs Radprofi Bernhard Kohl ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Der Niederösterreicher hat am Sonntag die Dauphine-Rundfahrt auf Rang drei beendet und damit den bisher größten Erfolg seiner Karriere gefeiert. Der 24-Jährige aus dem T-Mobile-Team behielt auf der vom Norweger Thor Hushovd im Sprint gewonnenen Schlussetappe von Saint-Jean-de-Maurienne nach Grenoble seinen Podestplatz, den er mit grandiosen Leistungen auf den drei vorangegangenen Bergetappen erobert hatte.

Den Tour-Gesamtsieg bei der stark besetzten Generalprobe für die Tour de France holte sich der US-Amerikaner Levi Leipheimer vor dem Franzosen Christophe Moreau (+1:48). Kohl (+2:51) ließ zahlreiche Mitfavoriten der am 1. Juli beginnenden Tour hinter sich, er selbst wird im wichtigsten Rennen aber wohl fehlen. Er ist für die am 3. Juli beginnende Österreich-Rundfahrt vorgesehen. Nach diesem Meisterstück im zweiten Profijahr bei T-Mobile wäre der Kletterspezialist aber auch für größere Aufgaben bereit.

Nach dem 110. Platz im Prolog ging es für Kohl im wahrsten Sinne des Wortes stetig berg auf. Auf den großen Alpenpässen kletterte Kohl im Kreis der Mitfavoriten der kommenden Tour de France in souveräner Manier, mit zwei sechsten und einem zehnten Rang katapultierte er sich im Gesamtklassement in das Spitzenfeld. "Unglaublich. Dass ich bei einer so großen Rundfahrt vorne mitfahre, hätte ich mir nicht träumen lassen", hatte Kohl schon am Samstag nach der Bergankunft in La Toussuire erklärt.

Mit seinem dritten Rang erreichte Kohl gemessen an ProTour-Punkten die wertvollste Platzierung eines Österreichers (35 Punkte) seit Georg Totschnigs siebentem Gesamtrang in der Tour de France 2004 (40). Totschnigs Tour-Etappensieg im Vorjahr hatte "nur" zehn Punkte gebracht.
(apa)

11.6.2006 18:26