'Wunsch-Schiedsrichter' für Juventus Turin: Geständnis im italienischen Fußball-Skandal
- Auslosungen manipuliert - Zwangsabstieg winkt
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UMFRAGE: Wie sollte Verein bestraft werden?
Im italienischen Fußball-Skandal gibt es das erste Geständnis. "Ja, die Schiedsrichter-Auslosungen waren manipuliert", gab der Sekretär der Schiedsrichterkommission, Manfredi Martino, zu. Einen Tag vor der WM-Anreise der "Azzurri" wird das Bild der mutmaßlichen Schiri-Manipulationen von Ex-Juventus Luciano Moggi immer klarer und damit der Zwangsabstieg des Rekordmeisters immer wahrscheinlicher.
Die Loskugeln seien von den Schiedsrichter-Koordinatoren Paolo Bergamo und Pier Luigi Pairetto markiert worden, sagte Martino aus. Damit bestätigte er die Aussage von Ex-Referee Riccardo Pirrone. Moggi wünschte sich die Schiedsrichter für Juve-Spiele und die Koordinatoren manipulierten die Auslosung entsprechend. "Jetzt haben wir einige Erkenntnisse und eine genauere Vorstellung", sagte dazu der Chefermittler des Fußball-Verbandes, Francesco Saverio Borelli, laut einem Bericht der "Gazzetta dello Sport".
Noch am Tag des Geständnisses kündigte der kommissarische FIGC- Präsident Guido Rossi an, auch den Schiedsrichterverband von zwei externen kommissarischen Leitern führen zu lassen. Damit sind alle entscheidenden Fußball-Institutionen enthauptet. Auch den Liga- Präsidenten Adriano Galliani soll Rossi zum Rücktritt gedrängt haben. Dem Vize-Präsidenten des AC Milan soll ein von außerhalb des Fußballs kommender Manager zur Seite gestellt werden.
Innerhalb eines Monats müsse Galliani sein Amt räumen und Neuwahlen anberaumen. Sollte sich der Verdacht erhärten, dass auch Milan Schiedsrichter manipuliert hat, müsse Galliani sofort zurücktreten, berichtete die "Gazzetta dello Sport" am Dienstag. Rossi dementierte dies halbherzig: "Im Gespräch mit Galliani wurden keine Entscheidungen getroffen", ließ der FIGC verlauten.
Als Folge des Fußball-Skandals wird in diesem Jahr kein Club aus Italien für den UEFA-Intertoto-Cup (UI-Cup) gemeldet. Dies gab der italienische Verband am Dienstagabend nach einem Gespräch zwischen Rossi und FIFA-Präsident Joseph Blatter in München bekannt. Der Schweizer forderte die italienischen Ermittler außerdem auf, bis zum 31. Juli über Sanktionen gegen die in den Skandal verstrickten Klubs zu entscheiden. (apa/red)
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