Ausschreitungen bei Schüler-Demo gegen Bildungssystem in Chile: 262 Festnahmen
- Polizei ging mit Wasserwerfern und Tränengas vor
- Hunderttausende Schüler seit Wochen im Ausstand
Bei Massenprotesten chilenischer Schüler gegen die Bildungspolitik der neuen Präsidentin Michelle Bachelet ist es zu Ausschreitungen gekommen. Vermummte Demonstranten lieferten sich in Santiago eine Straßenschlacht mit der Polizei, es kam zu Plünderungen. Nach offiziellen Angaben wurden 262 Personen festgenommen, 23 Polizisten und fünf Journalisten erlitten Verletzungen.
Hunderttausende Schüler sind seit drei Wochen im Ausstand. Sie fordern eine umfassende Reform des Bildungssystems und Mitsprache bei deren Ausarbeitung. So verlangen die Streikenden unter anderem geringere Gebühren für arme Schüler und eine regional gerechtere Verteilung der Bildungsausgaben. Die sozialistische Präsidentin Bachelet hatte am vergangenen Donnerstag finanzielle Zusagen in Höhe von umgerechnet 150 Millionen Euro für das kommende Jahr gemacht.
Bachelet, die erst seit drei Monaten im Amt ist, bezeichnete den Schulstreik am Montag als unnötig. Finanzminister Andres Velasco betonte, es werde keine weiteren Zugeständnisse mehr geben. Den Schülern, die mittlerweile von Studenten und Gewerkschaftern unterstützt werden, geht das Angebot jedoch nicht weit genug. Das Bildungsministerium blieb am Montag geschlossen, da Beamte sich dem Protest anschlossen.
Rund 2.000 Demonstranten zogen am Abend über eine belebte Hauptstraße. Randalierer warfen Schaufensterscheiben ein. Zuvor hatte die Polizei rund 1.000 Menschen mit dem Einsatz von Tränengas und Wasserwerfern daran gehindert, Barrikaden aus brennenden Reifen zu errichten. Die Demonstranten bewarfen die Polizisten daraufhin mit Steinen. (apa)
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