Donnerstag, 1. Juni 2006

39,4 Mio. Menschen leben weltweit mit HIV: Neuerkrankungen in letzen Jahren gestiegen

  • Besonders Kids vom Immunschwächevirus betroffen
  • 85 Prozent aller Betroffenen leben südlich der Sahara

Weltweit leben heute geschätzte 39,4 Millionen Menschen mit HIV. Das sind mehr als jemals zuvor. Am dramatischsten ist die Situation in Afrika südlich der Sahara mit 25,4 Millionen Infizierten, so das Aktionsbündnis gegen HIV/Aids, ein Zusammenschluss verschiedener NGOs. Täglich stecken sich 14.000 Menschen neu an, etwa alle sechs Sekunden einer.

Die Anzahl der Menschen mit HIV ist in den vergangenen Jahren in allen Regionen der Erde gestiegen. In manchen Ländern Osteuropas oder Zentralamerikas hat die Zahl der Neuerkrankungen um bis zu 40 Prozent zugenommen. Für 2005 verzeichnet der Weltaidsbericht 4,9 Millionen neue Infektionen und 3,1 Millionen Todesfälle durch die Immunschwäche. "Der Höhepunkt der Epidemie ist noch keineswegs erreicht", warnt Jim Kim, Direktor der Aids-Abteilung der Weltgesundheitsorganisation.

Vor allem Kinder betroffen
Weltweit wird die Zahl der HIV-Erkrankungen bei den unter 15-Jährigen auf 2,2 Millionen geschätzt, wobei 85 Prozent der Betroffenen in Afrika südlich der Sahara leben. Pro Jahr gibt es etwa 640.000 neu Infizierte.

Meist keine medizinische Versorgung
Viele der etwa 1.800 täglichen Neuansteckungen bei Kindern erfolgen über die HIV-positiven Mütter während der Schwangerschaft oder bei der Geburt. Weniger als fünf Prozent erhalten eine angemessene, medizinische Versorgung mit antiretroviralen Medikamenten. Aus diesem Grund stirbt etwa die Hälfte noch vor ihrem zweiten Geburtstag. Im Jahr 2004 starben insgesamt über eine halbe Million Kinder an den Folgen von Aids.

15 Millionen Aidswaisen
Durch die Folgen der Immunschwächekrankheit entsteht eine Generation von Waisenkindern. Derzeit sind etwa 15 Millionen Kinder davon betroffen. 80 Prozent der Aidswaisen leben in Afrika südlich der Sahara. Bis zum Jahr 2010 rechnet man allein in dieser Region mit einem Anstieg auf 18 Millionen. Viele der Waisen werden bei Verwandten untergebracht oder müssen für sich und ihre jüngeren Geschwister selber sorgen. Nur zehn Prozent erhalten öffentliche Unterstützung. (APA/red)

1.6.2006 12:30