Nach Streit um Pipelines: Weißrussland soll vierfachen Gas-Preis an Gazprom zahlen
- Laut Zeitungsberichten als Druckmittel gegen Minsk
- Gazprom will Leitungen nicht für andere Länder öffnen
Der russische Gasmonopolist Gazprom will einer Zeitung zufolge die Erdgaspreise für Weißrussland vervierfachen. Wie die "Kommersant" unter Berufung auf Gazprom-Kreise berichtete, sei dies eine Reaktion auf die Weigerung des Nachbarlandes, Russland die Kontrolle über seine Pipelines zu übergeben. Gazprom nahm zu dem Bericht nicht Stellung.
Gazprom-Vizechef Alexander Medwedew wies unterdessen die Forderung der Europäischen Union zurück, sein Pipeline-Netz für andere Länder und Firmen zu öffnen. Zudem bezeichnete er Pläne zum Bau einer Leitung von Kasachstan nach Europa unter Umgehung Russlands als "unrealistisch".
Russland fordert Kontrolle über Leitungen
"Kommersant" zufolge will Gazprom ab 2007 von Weißrussland etwa 200 Dollar pro 1.000 Kubikmeter Erdgas statt wie bisher angekündigt 150 Dollar verlangen. Gegenwärtig liegt der Preis bei 47 Dollar pro 1.000 Kubikmeter. Seit Jahren verlangt Russland als Gegenzug für niedrigere Preise die Kontrolle über die weißrussischen Leitungen. Ein ähnlicher Streit hatte 2004 zur vorübergehenden Unterbrechung der Gasversorgung geführt. Auch Deutschland und Polen waren betroffen.
Die politischen und wirtschaftlichen Auswirkungen waren jedoch deutlich geringer als der Streit zwischen der Ukraine und Russland im Jänner. Am Ende musste die Ukraine einen Preis von 95 Dollar je 1.000 Kubikmeter Erdgas akzeptieren. Dieser Vertrag läuft bis Ende Juni. Ein Sprecher von Gazprom sagte in Sankt Petersburg, der Preis könne sich erhöhen, wenn die zentralasiatischen Zulieferer ihrerseits die Preise erhöhten. Da Gazprom die Leitungen aus Staaten wie Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan kontrolliert, können diese dem Konzern nicht die Preise diktieren.
EU: Russland soll Leitungen öffnen
In Europa wird seit dem Streit mit der Ukraine in Frage gestellt, ob man sich weiter auf Gazprom als großen Erdgas-Versorger verlassen kann. US-Vizepräsident Dick Cheney hat zudem Russland vorgeworfen, seine Ressourcen als Druckmittel gegen Nachbarstaaten einzusetzen. Die EU verlangt, dass Russland seine Leitungen für andere Firmen öffnet und entsprechend die Internationale Energie-Charta ratifiziert. Auch gibt es Überlegungen, sich mit einer trans-kaspischen Pipeline von der Abhängigkeit vom russischen Netz zu befreien.
Medwedew zweifelte in der "Financial Times" an, dass Kasachstan über eine ausreichende Ölproduktion verfüge, um die Pipeline zu rechtfertigen. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass ohne russisches Gas keine neuen Versorgungsprojekte zum Laufen gebracht werden können", sagte er. (APA/red)
Deutsche Sklavin befreit14:01
Frau schildert ihr Leid19-Jährige nach acht Jahren gerettet - Mutter soll von Martyrium gewusst haben
Wahl in Ägypten13:31
Heftige ProtesteDemonstranten am Tahir-Platz. Feuerangriff auf Wahlkampfzentrale von Shafik.
Platter trifft David Alaba15:21
Platter blamiert sichLandeshauptmann mit Aha-Erlebnis bei David Alaba: "Sie können ruhig Deutsch mit mir reden"

