Hypo Alpe-Adria Bank legt neue Aktien auf: Kapitalaufstockung um 250 Millionen Euro
- Land Kärnten und Grawe werden nicht mitziehen
- Zusätzlicher Verkauf von 10 % kein Thema mehr
·Haider attackiert die FMA-Vorstände scharf
Hypo Alpe-Adria-Skandal:
Amtsenthebung verlangt
·Schärfere Kontrolle der Banken gefordert
Finanzmarktaufsicht will unabhängigere Prüfer
Die Hypo Alpe-Adria-Bank (HAAB) wird eine Kapitalerhöhung um 250 Millionen Euro durchführen. Das hat der Aufsichtsrat der Kärntner Landesholding am Montag beschlossen. Wie Landeshauptmann Haider erklärte, werde man neue Aktien platzieren. Die Kapitalerhöhung soll bei der Generalversammlung der HAAB am 12. Juni endgültig auf Schiene gebracht werden.
Land und Grazer Wechselseitige Versicherung (Grawe) werden nicht mitziehen, ihre Anteile verwässern laut Beschluss um neun bis höchstens 15 Prozent. Die SPÖ stimmte dagegen.
Die nun beschlossene Vorgangsweise ist laut Haider mit Grawe-Chef Othmar Ederer abgesprochen. Diese habe sogar noch etwas weiter gehen wollen, nämlich bis zu 20 Prozent. Man habe sich aber schließlich auf die jetzt beschlossene Form geeinigt.
Der vor zehn Tagen von Haider angekündigte zusätzliche Verkauf von zehn Prozent der Landesanteile an der Bank ist kein Thema mehr. "Das war nur ein Vorschlag", sagte der Landeshauptmann auf eine entsprechende Frage.
Voraussichtlich werden die Aktien an eine Gruppe von Finanzinvestoren verkauft, und zwar unter Federführung der in London ansässigen HSBC-Bank. Die Investoren wollen sich, so Haider, beim Börsegang des Unternehmens 2008 wieder zurückziehen. Mit der Kapitalerhöhung richte man eine wirksame Sperre gegen Übernahmegelüste ein und ermögliche der HAAB, ihre Expansion in Südosteuropa fortzusetzen.
Der Beschluss für eine Kapitalerhöhung der HAAB hat scharfe Kritik von SPÖ und ÖVP ausgelöst. Dabei stand aber nicht die Kapitalerhöhung per se im Mittelpunkt der Kritik, sondern die Vorgangsweise. Kärntens SPÖ-Chefin Schaunig ist gegen einen "Ausverkauf" der Bank, ÖVP-Obmann Martinz kritisierte "überhastete Beschlüsse".
(apa/red)
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