Dicke Luft bei Ecuador: Trainer Suarez
und Stürmerstar Delgado liegen im Clinch
- Hintergrund dürfte wohl Streit um Prämien sein
- Delgado seit mehreren Spielen nicht mehr im Einsatz
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Nur angeschlagen oder ausgebootet - eine Woche vor Ecuadors WM-Auftakt gegen Polen gibt es Streit zwischen Trainer Luis Suarez und Augustin Delgado. Hintergrund des handfesten Krachs scheinen die Forderungen des Stürmerstars nach höheren Prämien bei der Endrunde zu sein. Die Verantwortlichen versuchen das Reizthema unter den Teppich zu kehren. Doch Tatsache ist: Delgado hat keines der jüngsten WM-Testspiele bestritten.
Suarez versicherte: "Delgado hat Probleme mit dem Knie. Er kann nicht trainieren und befindet sich in Rehabilitation. Wir werden am Freitag sehen, ob er fit ist." Delgado, einer der Wortführer der Kicker im Streit ums Geld, erklärte indes gegenüber einem kolumbianischen Fernsehsender: "Ich bin fit." Möglicherweise soll der Rebell durch die Verbannung auf die Bank zum Einlenken gezwungen werden und es geht weniger um Blessuren, sondern mehr um Bares.
Die Meinungsverschiedenheiten zwischen den Verbandsfunktionären des deutschen Gruppengegners und den Profis wegen der Prämien ziehen sich seit Wochen hin. Den Spielern sind die 30.000 Dollar (23.410 Euro) pro Gruppensieg zu wenig, zumal eine solche Summe schon 2002 bei der ersten WM-Teilnahme der Südamerikaner bezahlt wurde. Ob in den verbleibenden Tagen bis zur ersten Partie am 9. Juni gegen Polen in Gelsenkirchen eine für alle akzeptable Lösung gefunden wird, steht in den Sternen.
Auf jeden Fall ist dieser Konflikt alles andere als hilfreich im Vorbereitungs-Endspurt, auch wenn er nicht die Ursache für die teilweise dürftigen Vorstellungen der "Tricolor" in den Tests sein dürfte. Beim mageren 4:3-(1:2)-Erfolg gegen die nur aus Dritt- und Viertligaspielern zusammengesetzte deutsche Studenten-Nationalmannschaft vereitelte nur ein nicht zum WM-Kader gehörender Teenager eine Blamage. Der 17-jährige Felipe Caicedo sorgte mit seinen beiden späten Treffern am Donnerstagabend in Bad Kissingen noch für den schmeichelhaften Sieg.
Die Forderung ecuadorianischer Medien, das Stürmer-Talent für die WM nachzunominieren, lehnte Suarez trotzdem kategorisch ab: "Caicedo konnte ohne Druck aufspielen. Seine Zeit kommt in ein paar Jahren. Ich vertraue meinem Team, das sich für diese WM qualifiziert hat und sich beweisen muss." Gleichzeitig gestand der Coach angesichts der Tatsache, dass sich kein Mannschaftsteil gegen die Hochschüler als WM-tauglich erwies: "Wir müssen uns erheblich steigern, denn bei der WM werden die kleinsten Fehler bestraft." Trotzdem ist sich Suarez "absolut sicher, dass wir ins Achtelfinale einziehen".
(apa/red)
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