Dienstag, 30. Mai 2006

Britische Fußball-Forschung bringt neue Erkenntnisse: Flacher Einwurf geht weiter!

  • Optimaler Winkel beträgt 30 bis 35 & nicht 45 Grad

Nicht 45 Grad, wie in Fußball-Lehrbüchern angegeben, sondern deutlich flacher sollten Spieler Einwürfe ausführen, empfehlen Forscher der University of Brunel (Großbritannien). 30 Grad sollten Spieler anpeilen, so die Sportwissenschafter. Profis machen es instinktiv meist ohnehin so und entgegen der Lehrmeinung, resümieren die Experten.

Die Studienautoren Nicholas Linthorne und David Everett analysierten dazu Videoaufnahmen, auf denen Testpersonen Einwürfe ausführten; streng nach Fußballvorschrift, also mit beiden Armen geworfen. Nach der Digitalisierung und mit Hilfe einer biomechanischen Software wurden dann neben der erzielten Weite auch die Wurfgeschwindigkeit und der Winkel exakt erfasst. Bei rund 30 Grad Abwurfwinkel - gemessen zur Horizontalen - erzielen die Werfer die größte Weite, war das eindeutige Ergebnis der Untersuchungen.

Die laut den Wissenschaftern in Lehrbüchern meist propagierten 45 Grad stammen aus der klassischen Mechanik, wonach Geschosse eine maximale Weite erzielen, wenn sie in diesem Winkel abgefeuert werden. Ist statt einer Treibladung Muskelarbeit im Spiel, sind die Verhältnisse aber offenbar anders. Die Forscher erklären dies damit, dass der menschliche Körper bei einem flacheren Abwurfwinkel offenbar mehr Kraft entwickeln kann und der Ball so mit mehr Wucht geworfen wird.

Geübte Profis haben bei ihren Einwürfen meist einen konstanten Wert, der den Ergebnissen der britischen Forscher sehr nahe kommt. Offenbar messen Trainer Lehrbuch-Weisheiten selten mit dem Winkelmesser nach, in diesem Fall zum Vorteil ihrer Schützlinge. (apa/red)

30.5.2006 11:45