Montag, 29. Mai 2006

Riesiger Wirbel um VIP-Tickets: Werden Firmenkunden von Fußball-WM ausgesperrt?

  • Tickets wurden von Vermarkter nicht personalisiert
  • Organisationskomitee besteht auf Registrierung

Das Organisationskomitee (OK) für die Fußball-Weltmeisterschaft besteht auf einer Personaliserung der 285.000 VIP-Tickets für die 64 Endrunden-Spiele. Zugleich hat es den Schweizer Vermarkter iSE-Hospitality für das Versäumnis im Vorfeld verantwortlich gemacht

"Im Ticketing-Subcomitee der FIFA ist schon im Frühjahr 2004 entschieden worden, dass die Daten für jedes einzelne Spiel von allen Hospitality-Kunden zu erbringen sind. Diese Daten werden sofort nach Spielschluss gelöscht. So ist es mit den deutschen Sicherheitsbehörden klar vereinbart", erklärte OK-Vizepräsident Horst R. Schmidt.

Weil der Großteil der VIP-Tickets ohne Personalisierung an die Firmen gegangenen ist, droht den nicht registrierten "Edel-Fans" bei den 64 Endrundenspielen Ungemach. Im schlimmsten Fall könnte ihnen der Einlass verwehrt werden. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums sind auch Eintrittskarten aus Verlosungen betroffen.

Seitens des Ministeriums hieß es, dass derzeit Gespräche über die nachträgliche Personalisierung geführt würden. Ziel sei es, den Bestand der nicht personalisierten Tickets so gering wie möglich zu halten. Eine vollständige nachträgliche Erfassung bezeichnete iSE-Hospitality als nahezu "unzumutbare Aufgabe". Daher könnten laut Ministerium an den Stadioneingängen zusätzliche Kontrollen vorgenommen werden.

"Bei den Tickets aus dem öffentlichen Verkauf ist der Name aufgedruckt, bei größeren Kontingenten der verantwortliche Besteller, also der Landesverband oder der Sponsor. Der wiederum besitzt die Verpflichtung, Listen mit den konkreten Namen zu führen und dem OK zur Verfügung zu stellen. Durch das elektronische Ticketing und den Chip sind damit auch diese Eintrittskarten personalisiert", erklärte Schmidt.

Die iSE-Hospitality, die im Auftrag der FIFA die VIP-Tickets vermarktet und an weltweit 5.600 Unternehmen verkauft hat, wies die Verantwortung von sich. Man sei erst vor einem Monat vom OK darüber informiert worden, dass alle Karten personalisiert sein müssten. "Das kam zu spät", sagte ein Sprecher zur "Süddeutschen Zeitung".

(apa/red)

29.5.2006 16:03