Monaco feiert neuen Prinzen: Alonsos Triumph im Fürstentum "für die Geschichte"
- Nach sieben Rennen schon 21 Punkte vor Schumi
- Ex-Champion kämpferisch: "Noch nichts entschieden"
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Fernando Alonso dominiert die laufende Formel 1-Saison wie sie in den Jahren vor ihm Michael Schumacher beherrscht hat. Der Renault-Pilot fuhr im Grand Prix von Monaco einen Start-Ziel-Sieg ein, hält nach sieben Rennen bei 64 von 70 möglichen Punkten. 21 Punkte Vorsprung hat der Spanier damit in der WM auf seinen Erzrivalen Schumacher Vorsprung. "Noch ist aber nichts entschieden", meinte der Deutsche, der für seine "Straßensperre" im Qualifying an den Pranger gestellt, für seine tolle Aufholjagd aber gelobt wurde.
Alonsos fehlerlose Leistung in Monte Carlo gibt aber allen Grund, an eine Vorentscheidung zu glauben. Lediglich der Finne Kimi Räikkönen im McLaren-Mercedes hatte dem 24-jährigen Asturier bis zu seinem Ausfall über weite Strecken Paroli bieten können. Schumacher war nach dem Skandal im Qualifying (Behinderung von Alonso) im Ferrari vom hintersten Startplatz aus ins Rennen gegangen, seine bemerkenswerte und von den Medien durchaus gewürdigte Aufholjagd auf Platz fünf ließ den spanischen Weltmeister aber kalt.
Herausragender Saisonstart
"Ich schaue mir ja auch nicht die Zeiten von Albers und Monteiro an", erklärte Alonso. "Was am Ende des Feldes passiert, interessiert mich nicht." Zumal er dieses seit dem Vorjahr nur vom Überrunden kennt. In allen Saisonrennen ist der konstante Spanier bisher unter die ersten Zwei gefahren. In der mehr als 50-jährigen Formel 1-Geschichte haben bis dato nur Juan Manuel Fangio (1954) und Schumacher (2002) einen derartigen Start hingelegt.
Sieg "für die Geschichte"
Erst vor zwei Wochen hatte Alonso erstmals seinen Heim-Grand-Prix in Barcelona gewonnen, nun folgte auch der Premieren-Sieg in Monaco. "Ich weiß nicht, was für mich wichtiger ist. Ich habe beide Rennen vor der Saison rot im Kalender markiert", verriet der unangefochtene WM-Leader. "Monaco ist das größte Rennen des Jahres und jeder will es gewinnen - für die Geschichte."
"Prinz von Monaco"
Kein Wunder, dass die französische Presse den Renault-Superstar, zwei Wochen nachdem man ihn nach dem Barcelona-Sieg zum König von Spanien hochstilisiert hatte, nun zum neuen "Prinzen von Monaco" (L'Equipe) machte und die spanische gar einheitlich von der "Krönung eines neuen Königs" im Fürstentum schrieb. Beim obligatorischen Fürstendinner der drei Erstplatzierten (mit Juan Pablo Montoya und David Coulthard) machte sich Alonso angeblich sehr gut, schon zuvor hatte er bei der Siegerehrung mit Fürst Albert um die Wette gestrahlt.
Erst am Vormittag hatte Alonso erfahren, dass er durch die Strafversetzung Schumachers aus der Pole Position startet. Den "Steher" des Deutschen im Qualifying wollte er weiterhin nicht kommentieren. Die Antwort kam auf der Straße. "Vom Speed von Räikkönen war ich aber überrascht. McLaren dürfte sich stark verbessert haben", meinte der Spanier. Ferrari blieb unerwähnt.
Schumacher über Kritiker verärgert
Die Italiener haben in Monaco durch ihre demonstrative Rückenstärkung für Schumacher und dessen offensichtlich nicht unabsichtlichen "Steher" am Wochenende Sympathien eingebüßt. "Michael ist auch kein Tier. Natürlich berührt in die öffentliche Kritik", betonte Teamchef Jean Todt. Der Rekordchampion selbst versprach, dass er weiter um seinen achten Titel kämpfen werde. Aufgegeben werden im Hause Schumacher nur Briefe. Seinen Kritikern sagte er: "Diejenigen, die den Mund aufreißen, sind zu feige, zu mir zu kommen und das unter vier Augen zu besprechen."
(apa/red)
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