Zweiter Weltrekord des Jahres: Meseret Dafar verbessert Bestmarke über 5.000m
- Äthiopierin lief in New York Zeit von 14:24,53 Minuten
- Neuerliche Siege für US-Sprintstars über 100 Meter
Die Äthiopierin Meseret Defar hat für den zweiten Weltrekord der jungen Freiluft-Saison der Leichtathleten gesorgt. Die 22-Jährige verbesserte die zwei Jahre alte Bestleistung der Türkin Elvan Abeylegasse über 5.000 Meter. Defar lief am Samstagabend in New York 14:24,53 Minuten und blieb damit 0,15 Sekunden unter der Zeit, die Abeylegasse am 11. Juni 2004 in Bergen markiert hatte (14:24,68).
Die Olympiasiegerin von Athen bemerkte erst am Beginn der Schlussrunde, dass sie auf Weltrekordkurs lag. "Als ich da die Zeit sah, war ich sicher, dass ich den Weltrekord noch schaffen kann", sagte Defar, die sich bei der WM 2005 in Helsinki ihrer Landsfrau Tirunesh Dibaba hatte geschlagen geben müssen. Beflügelt von der Chance auf ihren ersten Weltrekord lief Defar die letzten 400 m in knapp 61 Sekunden.
Motivation hatte sich die Äthiopierin vor einer Woche beim Sportfest in Hengelo von ihrem berühmten Landsmann, Langstrecken-Superstar Haile Gebrselassie, geholt. "Er sagte zu mir, du kannst in New York Weltrekord laufen. Danach wusste ich, dass ich es schaffen kann", erzählte die neue Weltrekordlerin, die ihre Landsfrau Workitu Ayanu in den USA um mehr als 25 Sekunden auf Platz zwei verwies.
Für den weiteren Saisonverkauf hat sich Defar nun vorgenommen, Geld zu verdienen. Nachdem sie am Freitag beim Auftakt der Golden League in Oslo noch gefehlt hatte, will sie bei den restlichen fünf Meetings in Paris, Rom, Zürich, Brüssel und Berlin starten. "Ich will alle fünf Rennen gewinnen", kündigte die Hallen-Weltmeisterin über 3.000 m an.
Den bis dahin einzigen Freiluft-Weltrekord der Saison 2006 hatte US-Sprintstar Justin Gatlin über 100 m markiert, indem er in Dubai die 9,77 Sekunden des Jamaikaners Asafa Powell eingestellt hatte. In New York blieb der Olympiasieger bei 0,7 m pro Sekunde Gegenwind in 9,87 eine Zehntelsekunde über seiner Bestmarke, siegte aber dennoch in der schnellsten Zeit, die ein US-Amerikaner je in den USA gelaufen ist, sicher vor seinen Landsleuten Tyson Gay (10,04) und Leonard Scott (10,07). Gatlin gewann bei seinem ersten Antreten in der Heimat seit mehr als einem Jahr auch das Fernduell mit Powell, der am Freitagabend in Oslo 9,98 Sekunden benötigt hatte.
Bei den Damen feierte Marion Jones in New York im dritten Sprint-Rennen nach ihrem Comeback den dritten Sieg. Die US-Amerikanerin gewann die 100 m in 11,06 Sekunden vor der Jamaikanerin Veronica Campbell (11,11). "Ich fühle mich insgesamt ganz gut", verriet Jones, die auf Grund einer Verletzung elf Monate pausiert hatte und sich immer wieder Doping-Vorwürfen ausgesetzt sah. Weltmeisterin Lauryn Williams (USA) lief in enttäuschenden 11,44 nur zu Platz fünf.
(apa/red)
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