Samstag, 3. Juni 2006

Italienischer Fußball-Skandal: Cannavaro und Trezeguet von Staatsanwälten verhört

  • Befragungen zu Spielervermittlungsagentur GEA
  • Neue Ermittlung wegen Schiedsrichter-Manipulationen

Fabio Cannavaro und David Trezeguet von Juventus Turin sind von der Staatsanwaltschaft in Rom als Zeugen im Rahmen der Ermittlungen im italienischen Fußball-Skandal verhört worden. Der Kapitän der italienischen Nationalmannschaft und der französische Team-Stürmer wurden zur Spielervermittlung GEA befragt.

"Ich habe alle Fragen beantwortet und alle Zweifel ausgeräumt. Die Staatsanwälte waren zufrieden und wollen mich nicht noch einmal befragen", erklärte Cannavaro nach seiner einstündigen Aussage in Rom.

Die Staatsanwälte werfen der Spielervermittlung vor, Fußballer durch Drohungen und Nötigungen zu einem Wechsel zur GEA gezwungen zu haben. Von Trezeguet wollten die Staatsanwälte deshalb wissen, warum er sich bei der Vertragsverlängerung bei "Juve" von seinem früheren Agenten Antonio Caliendo getrennt und seinen Vater als neuen Manager eingesetzt habe.

"Ich habe den Staatsanwälten alles erklärt und fahre jetzt gelassen zur WM", sagte Trezeguet. Über seine Zukunft bei dem vom Zwangsabstieg bedrohten italienischen Rekordmeister wollte sich der Franzose nicht äußern. "Das ist zu früh, warten wir erst einmal die Ermittlungen ab", sagte Juves erfolgreichster Stürmer der vergangenen Saison.

Die GEA, die auch Cannavaro vertrat, gehört unter anderem Alessandro Moggi. Gegen den Sohn des ehemaligen Juventus-Turin-Managers Luciano Moggi wird in Rom ermittelt. Auch der Sohn von Nationaltrainer Marcello Lippi, Davide, ist als ehemaliger Mitarbeiter der GEA in den Skandal verstrickt. Gegen Davide Lippi wurde deshalb in Rom ebenfalls ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Unterdessen hat die Staatsanwaltschaft Turin auf Grund neuer Erkenntnisse ihr im vergangenen Sommer eingestelltes Ermittlungsverfahren wegen Schiedsrichter-Manipulationen in Italien wieder aufgenommen. "Ich weiß nicht, wie diese Information nach außen gelangen konnte, aber sie ist richtig", bestätigte Turins Oberstaatsanwalt Marcello Maddalena.

(APA/red)

3.6.2006 16:38