Freitag, 2. Juni 2006

Podolski wechselt nach München: "Bayern
ist nun einmal die beste deutsche Adresse"

  • "Hatte nie Angst, dass die Sache platzen könnte"

Lukas Podolski stürmt in der kommenden Saison für Rekordmeister Bayern München. Nach langem Hickhack ist der Transfer des Kölner Jungstars endlich perfekt. "Ich bin sehr froh, dass der Wechsel endlich perfekt ist", sagte Podolski: "Ich freue mich auf die neue Herausforderung, auf die Stadt München und auf den Verein."

Am Mittwochabend hatten sich die Verantwortlichen beider Klubs nach wochenlangem Ringen auf die Wechselmodalitäten geeinigt, ohne diese bekannt zu geben. Die Ablösesumme wird aber auf rund zehn Millionen Euro geschätzt. Auf die Frage, wie lange er in München unterzeichnen werde, meinte Podolski schmunzelnd: "Lange genug". Vermutet wird eine Vertragslaufzeit von vier Jahren.

Der Abschied aus Köln wird dem 20-Jährigen allerdings nicht leicht fallen. "Der FC war bisher sein Leben. Deshalb merkt man, dass es ein sehr schwerer Schritt für ihn ist", sagte Bierhoff: "Aber es war nun einmal sein großer Wunsch, bei einem Top-Klub und international zu spielen." Auch Podolski selbst legte Wert darauf, dass es sich um eine "rein sportliche Entscheidung" handele: "Ich spiele seit der D-Jugend in Köln, und es war eine sehr schöne Zeit mit einem tollen Stadion und tollen Fans. Aber noch ein Jahr zweite Liga wäre für mich einfach nicht okay gewesen."

Nach Angaben des Jung-Stars seien auch Werder Bremen und der Hamburger SV durchaus ernsthafte Alternativen gewesen, "aber Bayern ist nun einmal die beste Adresse in Deutschland, und ich will mich mit den Besten messen, auch im Training."

Der 1. FC Köln hatte nach Außen bis zuletzt die Hoffnung gehegt, seinen Volkshelden auch nach dem Abstieg halten zu können. Der FC verwies auf den bis 2008 laufenden Vertrag, die Bayern auf die Klausel, nach der Podolski 2007 für eine Million Euro hätte wechseln dürfen.

"Ich hatte nie Angst, dass die Sache platzen könnte", sagte der 24-malige Nationalspieler. Nun wird er bei den Bayern mit offenen Armen empfangen und von Köln im Frieden verabschiedet. "Wir wünschen Poldi bei Bayern alles Gute", sagte Präsident Wolfgang Overath. Zehn Millionen sind für einen Zweitligisten mehr als nur ein schwacher Trost.

(apa/red)

2.6.2006 08:42