Montag, 5. Juni 2006

Berlusconi erneut im Visier: Verhandlung
über Korruptionsvorwürfe wurden vertagt

  • Halbe Million Euro für "hilfreiche Zeugenaussage"?

Die Beratungen der Mailänder Justiz darüber, ob ein weiterer Prozess gegen den italienischen Ex-Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi wegen Korruptionsverdachtes eröffnet werden soll, sind auf Freitag vertagt worden. Die Rechtsanwälte Berlusconis wollen sich mehr Zeit nehmen, um einige Akten zu überprüfen, die Ende Mai vorgelegt wurden. Die Staatsanwaltschaft Mailand wirft Berlusconi vor, dem britischen Anwalt David Mills 1997 für eine hilfreiche Zeugenaussage insgesamt rund eine halbe Million Euro auf ein Schweizer Konto überwiesen zu haben.

Der Vorwurf gegen den bei den Parlamentswahlen im April abgewählten Ex-Regierungschef Berlusconi lautet auf Bestechung. Derzeit wird ermittelt, ob Berlusconi Mills 600.000 Dollar (503.356 Euro) gezahlt hat, damit dieser in zwei Prozessen zu Gunsten des Ex-Ministerpräsidenten aussagt. Berlusconi und Mills haben die Vorwürfe zurückgewiesen. (apa)

5.6.2006 12:54