Blutbad nordöstlich von Bagdad: Drei Busse überfallen & rund 20 Fahrgäste erschossen
- Unter Opfern viele Kinder, Jugendliche und Ältere
- Vier Sunniten von Gruppe getrennt und verschont
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Inmitten einer neuen Welle der Gewalt ist es dem irakischen Parlament am Sonntag nicht gelungen, sich auf die Besetzung der Schlüsselministerien Inneres und Verteidigung zu einigen. Die Sitzung wurde nach erfolglosen Vermittlungsversuchen von Ministerpräsident Nuri al-Maliki und US-Botschafter Zalmay Khalilzad unterbrochen, wie der stellvertretende Parlamentspräsident Khalid al-Atiya mitteilte. Bei Anschlägen und Überfällen wurden unterdessen mindestens 30 Menschen getötet. Allein bei einem Überfall auf Kleinbusse bei Bakuba wurden mindestens 19 Zivilisten getötet.
Al-Atiya zufolge ist die Besetzung der sicherheitspolitisch wichtigen Ministerien zwischen den sunnitischen, schiitischen und kurdischen Parteien weiter umstritten. Für eine Lösung werde mehr Zeit benötigt. Maliki wollte am Sonntag den sunnitischen General Abdel Kader Obeidi als Kandidaten für die Leitung des Verteidigungsministeriums vorschlagen, sagte der Abgeordnete Hassan Sanid. Den schiitischen General Faruk el Aradji hatte er als Chef des Innenministeriums vorgesehen, so der Abgeordnete.
Schüler kaltblütig umgebracht
Die Spannungen zwischen den Bevölkerungsgruppen im Irak verdeutlichte am Wochenende ein Überfall auf Kleinbusse in dem Ort Kara Tappah nordöstlich von Bagdad: Die bewaffneten Angreifer holten 25 Fahrgäste aus drei Autos, trennten vier sunnitische Araber von der Gruppe und erschossen den Rest - 21 Kurden und Schiiten, wie aus Sicherheitskreisen verlautete. Zwölf der Ermordeten waren Gymnasiasten, die auf dem Weg zu Prüfungen in Bakuba waren, sagte ein Behördensprecher. Außderdem hätten die Täter drei Mädchen entführt, hieß es. In Bakuba kommt es häufig zu Kämpfen zwischen Sunniten und Schiiten.
Auch in Basra kam es am Sonntag erneut zu Gewalt zwischen den Bevölkerungsgruppen. In der Altstadt von Basra wurden am Sonntag bei Angriffen auf zwei Moscheen sieben Menschen ermordet. Erst am Vortag hatte es in der südirakischen Hafenstadt 28 Tote und 26 Verletzte gegeben, als sich während der Hauptgeschäftszeit auf einem belebten Markt ein Selbstmordattentäter mit einer Autobombe in die Luft sprengte. Wenige Tage zuvor hatte Ministerpräsident al-Maliki den Ausnahmezustand über die zweitgrößte irakische Stadt verhängt. Damit sollten schwere Unruhen unterbunden werden. In der Region um Basra sind rund 8.000 britische Soldaten stationiert.
Vier Regierungsangestellte getötet
Bei einem weiteren Anschlag wurden östlich von Bagdad vier Regierungsangestellte getötet und zwei verletzt. Eine Gruppe bewaffneter Männer habe das Feuer auf ein Fahrzeug eröffnet, in dem die Opfer auf dem Weg zu ihrer Arbeitsstelle in einem Fernmeldezentrum waren.
Über den Verbleib von vier in Bagdad entführten russischen Botschaftsangehörigen lagen am Sonntag keine neuen Erkenntnisse vor. Unbekannte Täter hatten am Samstag ein Fahrzeug der russischen Botschaft in Bagdad angegriffen und dabei einen russischen Diplomaten getötet.
(apa/red)
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