Samstag, 3. Juni 2006

Schwerer Überfall auf Diplomaten im Irak:
Angriff auf russische Botschaftsvertreter

  • Bagdad: Ein Diplomat wurde getötet, vier entführt
  • Erneut blutiger Terror: 15 Tote bei Anschlag in Basra

Beim bisher schwersten Überfall auf Diplomaten in Bagdad haben unbekannte Bewaffnete am Samstag einen russischen Botschaftsvertreter erschossen und vier weitere entführt. Das irakische Innenministerium wie auch das russische Außenministerium in Moskau hätten die Information bestätigt, meldeten russische Agenturen.

Nach Angaben von irakischen Sicherheitskräften ereignete sich der Überfall auf die Diplomaten unweit der russischen Botschaft im Stadtviertel Mansur im Westen der irakischen Hauptstadt. In dem Wohngebiet befinden sich zahlreiche Auslandsvertretungen. Den Informationen zufolge zwangen die Angreifer mit drei Autos den Wagen der Russen zum Halten und beschossen ihn.

Irakische Aufständische hatten in der Vergangenheit wiederholt ausländische Diplomaten angegriffen, um die Regierung in Bagdad international zu isolieren. Im vergangenen Monaten kam ein Angehöriger der Botschaft der Vereinigten Arabischen Emirate nach zwei Wochen Geiselhaft auf freien Fuß. Im Laufe des Jahres 2005 waren zwei Algerier, ein Ägypter und zwei Marokkaner gekidnappt worden. Alle fünf wurden von ihren Entführern umgebracht. Das Außenministerium in Moskau teilte mit, es unternehme im Kontakt mit irakischen Stellen und dem Kommando der Koalitionstruppen alle Anstrengungen zur Freilassung der Entführten.

27 Tote bei Anschlag auf Markt in Basra
Bei einem Autobombenanschlag im Südirak sind nach Krankenhaus-Angaben mindestens 27 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 30 weitere Besucher eines belebten Marktes der zweitgrößten irakischen Stadt Basra wurden verletzt, berichtete der Sender BBC unter Berufung auf die irakische Polizei.

Zuvor griffen Aufständische einen Kontrollpunkt der Polizei in Bakuba an. Dabei wurden sieben Polizisten getötet und fünf Passanten verletzt, wie die Behörden mitteilten. (apa/red)

3.6.2006 21:15