Montag, 5. Juni 2006

"Number of the Beast": Mystisches Datum 6.6.06 soll Angst und Schrecken verbreiten

  • Zahl 666 sorgt seit Jahrhunderten für Spekulationen
  • Satanisten verehren Zahl als Zeichen für Antichrist

"666 - the Number of the Beast", sangen Anfang der achtziger Jahre die Hardrocker von "Iron Maiden". In den "Omen"-Filmen drehte sich ebenfalls alles um die drei magischen Ziffern. Satan persönlich soll damit gemeint sein, das personifizierte Böse, der Antichrist. Erstmals taucht die "Triple-Six" in der Bibel auf - und seither ranken sich um die Zahl etliche Mythen. Heute wird dies bei manchen Menschen für überdurchschnittliches Gruseln sorgen.

Woher kommt sie? Was bedeutet sie? Wer hat sie "erfunden"? Über die "666" wird seit jeher spekuliert und theoretisiert. Fest steht lediglich, dass sie erstmals in der Johannes-Offenbarung, auch als "Apokalypse" bekannt, auftaucht. Dort heißt es geheimnisvoll kryptisch: "Kaufen oder verkaufen konnte nur, wer das Kennzeichen trug; den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens. Hier braucht man Kenntnis. Wer Verstand hat, berechne den Zahlenwert des Tieres. Denn es ist die Zahl eines Menschennamens; seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig."

German Müller von der Bundesstelle für Sektenfragen lüftet das Geheimnis: "Die gängigste Theorie unter den Theologen ist, dass es sich um eine Art Durchhalteparole handelt." Der Bibel-Text soll in einer Zeit, in der die Christen von den Römern gnadenlos gejagt wurden, verfasst worden sein. Und mit "666" sei der grausamste Christen-Verfolger von allen gemeint: Kaiser Nero. Die Johannes-Offenbarung als Zukunftsbotschaft: "Sie soll Hoffnung verbreiten: Eine Zeit lang wird's noch schlimm bleiben, doch es gibt ein Licht am Ende des Tunnels", so Müller.

"666 hat mit Satan überhaupt nichts zu tun", zerstört Müller jegliche Illusionen. Unterstützt wird er dabei von Tomas Novotny. Der habilitierte Religionswissenschafter von der Universität Ostrau (Tschechien) schreibt: "Der Satanismus hat diese Zahl, die für einen Erzfeind der Christenheit steht, übernommen und seinem eigenen Symbol gemacht." Denn der charakteristische Hauptzug der Teufelsanbeter sei das Übernehmen und Pervertieren anderer Religionen. Beispiele dafür wären rückwärts gelesene christliche Gebete oder auf dem Kopf stehende Kreuze.

Übergroße Hysterie ist nicht zu erwarten, sagt Psychologe Müller: "Wir beobachten schon, dass das manche Gruppen sehr interessiert, aber längst nicht so stark wie etwa der 31. Dezember 1999."

(apa/red)

5.6.2006 19:49