"Den Umständen entsprechend gut": Konsul
nach Überfall aus Spital in Caracas entlassen
- Polizei: Vermutlich lauerten zwei Täter Rehberger auf
- Ob auch politische Motive im Spiel waren, ist unklar
Der bei einem Raubüberfall auf die österreichische Botschaft in der venezolanischen Hauptstadt Caracas durch einen Schuss in den linken Oberarm verletzte Konsul Walter Rehberger ist aus dem Spital entlassen worden. Das sagte Georg Schnetzer von der Pressestelle des österreichischen Außenministeriums. Der genaue Tathergang und die Hintergründe seien noch "Gegenstand von Überprüfungen".
"Dem Konsul geht es den Umständen entsprechend gut. Bei dem Durchschuss wurden keine Arterien verletzt. Er plant in Kürze seinen Heimaturlaub anzutreten", sagte Schnetzer. Die bei dem Überfall erbeutete Summe - erste Berichte sprachen von 10.000 Dollar - werde noch überprüft, dürfte sich aber in dem genannten Bereich bewegen. Drucksorten wie Reisedokumente seien nicht geraubt worden.
Die venezolanischen Behörden arbeiteten "mit Hochdruck" an der Aufklärung des Falles. Über den Tathergang und die Frage, wie die Täter in das Botschaftsgebäude eindringen konnten, gab es in den Landesmedien verschiedene Versionen, die Ermittlungen und die Spurensicherung seien diesbezüglich noch nicht abgeschlossen, so Schnetzer. Es dürfte aber feststehen, dass nur zwei und nicht wie ursprünglich vermutet mehrere Täter den Überfall verübt haben. Die Frage, ob die Kriminellen Komplizen unter den Botschaftsbediensteten (etwa beim Sicherheitspersonal) hatten - venezolanische Zeitungen hatten diesen Verdacht geäußert - könne zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht beantwortet werden. Die Zeitung El Universal berichtete unterdessen, dass just zum Tatzeitpunkt ein für die äußere Bewachung der diplomatischen Vertretung abgestellter Polizeibeamter nicht an seinem Platz gewesen sei. Dass ehemalige Mitarbeiter der Botschaft, die im Jänner entlassen wurden, an der Tat beteiligt waren, schließen die Behörden laut El Universal mittlerweile aus.
Politische Motive unsicher
Weiters berichtete das Blatt unter Berufung auf die Polizei, dass sich die Vermutung, Rehberger sei bereits auf dem Weg in die Botschaft gekidnappt worden, nicht bestätigt habe. Ob auch politische Motive eine Rolle gespielt haben, könne noch nicht gesagt werden, erklärte Schnetzer. Zuletzt hatte die venezolanische Regierung selbst Zusammenhänge zu einem in Caracas stattfindenden OPEC-Treffen in den Raum gestellt und die Botschaften angesichts der Kriminalität in der Stadt zu besonderer Wachsamkeit aufgerufen.
Diplomaten sind in der jüngeren Vergangenheit bereits mehrmals Zielscheibe von Kriminellen geworden. Laut dem ehemaligen Botschafter Venezuelas bei der UNO, Milos Alcalay, fügen solche Übergriffe dem Ansehen des Landes beträchtlichen Schaden zu. Er forderte die Regierung auf, spezielle Maßnahmen zur Sicherheit der ausländischen Diplomaten zu ergreifen. Die Administration von Staatspräsident Hugo Chavez hatte den Vorfall in der österreichischen Botschaft entschieden verurteilt.
(apa/red)
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