730 in einem Tag : Flüchtlings-Strom an Spaniens Küsten erreicht neuen Rekord
- Kanaren als Hotspot der "illegalen" Einwanderung
- EU-Partner versprechen Spanien teure Unterstützung
Der Zustrom von Flüchtlingen auf den Kanarischen Inseln hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Wie die spanischen Behörden mitteilten, gelangten innerhalb von 24 Stunden mehr als 730 "illegale" Zuwanderer aus Afrika auf die Inselgruppe. Dies war die höchste Zahl, die jemals an einem Tag auf den Kanaren registriert wurde.
Neun Staaten der Europäischen Union waren zuvor übereingekommen, im Kampf gegen die "illegale" Immigration mit Luft- und See-Einheiten bestimmte Abschnitte der Westküste Afrikas gemeinsam zu überwachen. Vertreter der EU-Länder verständigten sich am Montag in Madrid auf Einzelheiten der Operation, die in diesem Sommer anlaufen soll. Die EU-Kommission und die spanische Regierung hatten sich in der vorigen Woche im Grundsatz darauf verständigt, dass die EU Spanien mit Flugzeugen und Schiffen bei der Bekämpfung der "illegalen" Zuwanderung unterstützen wird.
Teures Überwachungsgerät
Nach Angaben spanischer Polizeiexperten werden für die Operation wenigstens fünf Hubschrauber, fünf Patrouille-Schiffe, ein Versorgungsflugzeug, Verbindungsoffiziere und die erforderlichen Besatzungen benötigt. An dem Vorbereitungstreffen in Madrid nahmen Vertreter Deutschlands, Finnlands, Frankreichs, Griechenlands, Großbritanniens, Italiens, der Niederlande, Österreichs und Spaniens teil.
Die EU-Einheiten sollen Küstenabschnitte vor dem Senegal, Mauretanien und Kap Verde überwachen, von denen "illegale" Zuwanderer auf die Kanarischen Inseln zu gelangen versuchen. Seit Jahresbeginn hatten die spanische Polizei und die Küstenwache auf der Inselgruppe über 8000 "illegale" Zuwanderer aufgegriffen. Im gesamten Jahr 2005 waren es nur 4800 gewesen. Tausende Flüchtlinge schaffen die riskante Überfahrt auf meist notdürftigen Booten allerdings nicht und ertrinken. (APA/red)
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