Dienstag, 30. Mai 2006

Angst und Schrecken an der Costa Brava: Brutale Einbrüche auf über sechzig Villen!

  • Ex-Militärs aus Osten mit enorm brutalen Methoden
  • Innenminister schickt Spezialpolizei-Einheiten

Seit zwei Wochen werden Katalonien und vor allem die Ferienregion der Costa Brava von brutalen Einbrecherbanden heimgesucht. Bei den Gruppen handelt es sich um ehemalige Militärs aus Osteuropa, die mit einer bisher unbekannten Brutalität bereits über 60 Villen und Häuser ausgeräumt haben.

Fast immer spielen sich die Einbrüche nach dem gleichen Muster ab: Eine Gruppe von vier bis sechs maskierten Einbrechern dringt in die Villen ein, verprügelt die gefesselten Hausbesitzer mit Baseball-Schlägern und zwingt sie anschließend mit Faustschlägen, Messerschnitten und Morddrohungen, auch das letzte Geldversteck Preis zu geben. Einem Einbruchsopfer aus Tarragona schnitten die Einbrecher sogar ein halbes Ohr ab, um zu erfahren, ob er einen Safe besitzt.

Häufig Ex-Polizisten
Vor einer Woche konnte die Polizei bereits eine Gruppe von 18 Kosovaren festnehmen. Anscheinend sind aber gleich mehrere Einbrecherbanden aus Osteuropa an der Costa Brava am Werk. "Die Menschen hier leben ohne große Sorgen und ihr Leidenspotenzial ist enorm gering. So kann man schon mit einer guten Tracht Prügel alles bekommen", sagte einer der Verhaften während der Verhöre aus. Auf die Frage, warum die Einbrecher so brutal vorgehen, lautete die Antwort stumpf: "Ich war Polizist im Kosovo und habe die ethnische Reinigung mitgemacht".

Die brutale Vorgehensweise der Einbrecher hat die Bewohner von Villen und Häusern in luxuriösen Ansiedlungen mittlerweile in Angst und Schrecken versetzt. In zahlreichen Gemeinden Barcelonas und Tarragonas fühlen sich die Einwohner auf Grund fehlender Polizeipräsenz der Gewalt der Einbrecherbanden hilflos ausgesetzt. In einigen Siedlungen wollten Nachbarn bereits eigene, zum Teil bewaffnete Schutzpatrouillen organisieren.

Innenminister verspricht rasche Hilfe
Nachdem mehrere Bürgermeister aus Katalonien und Tarragona die sozialistische Zentralregierung um schnelle Hilfe gebeten haben, schickte Spaniens Innenminister Alfredo Perez Rubalcaba am Wochenende zur Verstärkung der örtlichen Einheiten 264 Polizisten der paramilitärischen Guardia Civil, um der Einbruchsserie ein Ende zu setzen.

Der konservative Oppositionsführer Mariano Rajoy forderte unterdessen die Regierung auf, schnellst möglich die Gesetzgebung zu verschärfen. Spanien biete für internationale Mafiabanden nahezu paradiesische Verhältnisse, meinte er. (APA/red)

30.5.2006 08:22