US-Luftschlag auf Taliban-Stellung: Mehr
als 50 Tote bei Offensiver in Afghanistan
- Moschee bombardiert - Mehrere Anführer getroffen
- Schwere Unruhen in Kabul mit dutzenden Opfern
Nach dem Zusammenstoß von US-Militärkonvois mit Zivilfahrzeugen in Kabul ist es zu schweren Ausschreitungen gekommen. Mindestens 20 Menschen seien bei den Unruhen ums Leben gekommen, meldete die afghanische Nachrichtenagentur Pajhwok. Bei einem US-geführten Luftangriff auf eine Moschee sollen indessen mehr als 50 Taliban-Kämpfer getötet worden sein.
Unter den Toten seien mehrere Anführer der Gruppe, sagte der stellvertretende Gouverneur der südafghanischen Provinz Helmand. "Die Taliban trafen sich in einer Moschee, als es zu dem Bombardement kam", sagte Amit Mohammed Ahundsada. Von den US-geführten Truppen gab es zunächst keine Stellungnahme.
In Kabul soll der US-Konvoi mit rund 30 Fahrzeugen in der Früh mit mehreren Zivilfahrzeugen zusammengeprallt sein. Nach offiziellen Angaben wurden dabei ein Afghane getötet und 17 weitere verletzt. Ein Augenzeuge sagte dagegen, sieben Menschen seien bei dem Unfall getötet und neun verletzt worden.
Nach dem Unfall habe eine aufgebrachte Menge den Konvoi mit Steinen beworfen und "Tod für Amerika" skandiert. Die Soldaten hätten in die Luft geschossen, um die Menge aufzulösen. Nach anderen Meldungen haben die US-Soldaten mindestens vier Menschen getötet.
Im Botschaftsviertel Wasir Akbar Khan in der Innenstadt waren Schüsse aus Maschinengewehren zu hören, als etwa hundert Einwohner gegen das Vorgehen der US-Armee demonstrierten, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Im Stadtviertel Shar-i-Nau gingen rund tausend Menschen auf die Straße.
(apa/red)
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