Montag, 29. Mai 2006

Kolumbiens Präsident Uribe wiedergewählt: 62 % reichen für Sieg in erstem Wahlgang

  • Zweite Amtszeit durch Verfassungsänderung möglich
  • Gegner Gaviria wollte Armut effektiver bekämpfen

Der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe ist mit deutlicher Mehrheit im Amt bestätigt worden. Wie die Wahlkommission in Bogotá mitteilte, erhielt der 53-Jährige bei der Präsidentschaftswahl 62 Prozent. Auf Platz zwei kam der Mitte-Links- Kandidat Carlos Gaviria mit 22,10 Prozent, gefolgt vom Liberalen Horacio Serpa (11,84 Prozent).

Der seit August 2002 amtierende Uribe ist der erste kolumbianische Präsident seit einem Jahrhundert, der für eine zweite Amtszeit gewählt wurde. Gemäß der Verfassung von 1991 durfte das Staatsoberhaupt nur einmal für vier Jahre antreten, seine Wiederwahl war verboten. Gegen Massenproteste auf der Straße und in den Betrieben hatte Uribe 2004 mit Unterstützung des Parlaments eine Verfassungsänderung durchgesetzt. Die zweite Amtszeit endet 2010.

Politik der harten Hand
Uribe steht in dem von einem jahrzehntelangen bürgerkriegsähnlichen Konflikt zerrissenen Land für eine Politik der harten Hand im Kampf mit linken Rebellen. Ansehen genießt er auch wegen der boomenden Wirtschaft und wegen seines Rufs als kompetenter und unbestechlicher Politiker. Gaviria hingegen hatte sich für einen entschiedeneren Kampf gegen die Armut und damit die aus seiner Sicht wichtigste Ursache für die seit mehr als 40 Jahren andauernde politische Gewalt eingesetzt.

Trotz des Einsatzes von landesweit 220.000 Soldaten und Polizisten entführten linke FARC-Rebellen in der Provinz Chocó in der Nähe der Grenze zu Panama am Wahltag nach neuen Angaben insgesamt 35 Wahlhelfer. Zunächst war von 16 Entführten die Rede gewesen. (APA/red)

29.5.2006 07:29