Mumps-Epidemie in Kärnten ausgebrochen: 2 der 100 Kranken mit Hirnhautentzündung
- Mehrere junge Männer mit Hodenentzündung im Spital
- Am Dienstag beginnen groß angelegte Impfungen
Von einer Mumps-Epidemie wird derzeit das untere Drautal in Kärnten heimgesucht. Rund 100 Menschen sind erkrankt, zwei Jugendliche liegen mit Hirnhautentzündung im Krankenhaus, mehrere junge Männer laborieren an einer Hodenentzündung, deren mögliche Folge Unfruchtbarkeit ist. Ab Dienstag wird geimpft.
Zu Ostern wurden die ersten Fälle registriert. Nach Recherchen von Ärzten begann die Endemie bei einem Osterfest in Feistritz/Drau. Auch einige Studenten, die in Graz erkrankten, hatten teilgenommen. Die Inkubationszeit bei Mumps dauert bis zu drei Wochen. In dieser Zeit ist man ansteckend, auch wenn die Krankheit bei einem selbst noch nicht ausgebrochen ist.
Laut Barbara Eichwalder, Ärztin an der Kinder- und Jugendabteilung des LKH Villach, ist Mumps keine harmlose Krankheit. Es komme immer wieder zu komplizierten Verläufen, darunter Hirnhautentzündung sowie Hoden-, Speicheldrüsen- und sogar Bauchspeicheldrüsenentzündung. Es gebe bei den Geimpften rund drei bis fünf Prozent "Impfversager", die auch nach der Impfung an Mumps erkranken können. Daher empfehlen die Kinderärzte, ein Kind im zweiten Lebensjahr zwei Mal in einem bestimmten Abstand impfen zu lassen, um diese Lücke zu schließen.
Gesundheitslandesrat Wolfgang Schantl (S) erklärte am Wochenende gegenüber dem ORF Kärnten, dass die Impfungen möglichst vieler Menschen in der betroffenen Region am Dienstag beginnen würden. Sie würden von den Amtsärzten und Mitarbeitern des Gesundheitsamtes Villach vorgenommen.
(apa)
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