Schummel-Studenten: Elf von 13 Diplom- arbeiten an der Uni Salzburg nicht korrekt!
- Eine Arbeit fast zur Gänze aus Internet kopiert
Unsaubere Methoden hat der Salzburger Medienforscher Stefan Weber bei einer Stichprobenuntersuchung von Diplomarbeiten am Institut für Kommunikationswissenschaft der Universität Salzburg entdeckt: Elf von 13 Arbeiten entsprachen nicht den wissenschaftlichen Konventionen, in einer Arbeit war fast der gesamte Theorieteil aus einer anderen Arbeit kopiert - samt Tippfehlern. Bei zwei weiteren Arbeiten besteht zumindest Plagiats-Verdacht, so Weber.
"Der weit überwiegende Teil der von mir studierten Arbeiten besteht im Wesentlichen aus einer perlenartigen Aneinanderreihung von Web-Texten", so Weber, der selbst schon mehrfach Opfer von Plagiatoren wurde - einem Täter wurde in Deutschland dann sogar der Doktor-Titel wieder aberkannt.
Der krasseste Fall bei Webers Überprüfung betraf die Diplomarbeit eines Salzburger Ex-Studenten und -Tutors aus dem Jahr 2004: Fast der gesamte Theorieteil - mindestens 60 Seiten Fließtext - waren unter anderem 1:1 aus einer Webseite der Universität Düsseldorf übernommen. "Dem betreuenden Professor dürfte nicht aufgefallen sein, dass der Text aus dem Jahr 1997 stammt - sogar Tippfehler im Original wurden nicht redigiert", so der Kommunikationswissenschafter. Anschließend habe der "Autor" Definitionen von einer anderen Internet-Seite ohne Zitat oder Verweis in seine Arbeit eingefügt - "und fertig war der 'Theorieteil'." Bei zwei weiteren Arbeiten bestehe zumindest Plagiats-Verdacht.
"Und viele weitere Arbeiten sind ein einziges Web-Sampling", urteilte Weber: "Es ist ein Fass ohne Boden." Die Universität Salzburg dürfte auf die neuerliche Plagiats-Anzeige Webers (er hat bereits sieben Fälle aufgedeckt) schon reagiert haben, denn der beschuldigte Plagiator hat den "Plagiats-Jäger" nach eigenen Angaben am Telefon wüst beschimpft. (apa/red)
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