Freitag, 2. Juni 2006

Gefährliche Reise für ÖBB-Passagiere: Betrunkener Lokführer lenkte Regionalzug

  • Fahrgast fiel abruptes Bremsen und Anfahren auf
  • Lokführer wurde gestoppt & von Dienst abgezogen

In Vorarlberg hat am Donnerstagabend ein betrunkener Lokführer einen Regionalzug gelenkt. Der Mann wurde nach einer Alkoholkontrolle am Bahnhof Feldkirch an Ort und Stelle vom Dienst abgezogen, erklärten Polizei und ÖBB-Sprecher Rene Zumtobel am Freitag auf APA-Anfrage. Verständigt wurde die Polizei von einer Frau im Regionalzug, der der Fahrstil des Lokführers zu denken gegeben hatte.

Der Lokführer war am Donnerstag erst seit 20 Minuten im Dienst und hätte den Regionalzug von Bludenz nach Bregenz steuern sollen. Nach der Abfahrt in Bludenz kurz nach 17.00 Uhr fielen der Frau aber der rasante Fahrstil sowie abruptes Bremsen und Anfahren des Zuges auf. Sie rief bei der Polizei an, die Kontakt mit dem Bahnhof Feldkirch aufnahm. Die Alkohol-Kontrolle war gleichzeitig der Schlusspunkt der Bahnfahrt. In Ermangelung eines Ersatz-Lokführers mussten die Reisenden auf einen anderen Zug ausweichen.

Der Grad der Alkoholisierung wurde nicht bekannt gegeben, Zumtobel bekannte aber: "Der Mann hätte auch im Straßenverkehr nicht mehr fahren dürfen." Der Pressesprecher betonte, dass im Dienst selbstverständlich strenges Alkoholverbot gelte und der Lokführer mit strengen Konsequenzen zu rechnen habe. "Das tolerieren wir nicht, wir werden restriktiv vorgehen. Der Mann wird nicht mehr Lok fahren", betonte Zumtobel. Ein solcher Vorfall sei noch nie da gewesen und umso bedauerlicher, da es sich um einen altgedienten Lokführer jenseits der 50 handle, der sich bisher nichts zu Schulden habe kommen lassen. (apa/red)

2.6.2006 14:34