Samstag, 3. Juni 2006

Überkopf in Wr. Neustädter Kanal: Drei Tote nach Busunfall auf der Südautobahn

  • Moldawischer Reisebus hatte 22 Moldawier an Bord
  • Dramatische Momente für Einsatzkräfte & Helfer
    GLEICH NACHSCHAUEN: Droht Stau-Wochenende?

Drei Todesopfer hat ein Busunfall auf der Südautobahn (A2) in Niederösterreich am Freitag gefordert. Gegen 4.30 Uhr war ein moldawischer Reisebus zwischen Wiener Neudorf und der Raststation Guntramsdorf (Bezirk Mödling) aus zunächst ungeklärter Ursache von der Fahrbahn nach rechts abgekommen und in den Wiener Neustädter Kanal gestürzt.

Nach Angaben der Feuerwehr und der NÖ Rettungsleitstelle LEBIG war der Bus mit insgesamt 22 Menschen besetzt. Mindestens ein Reisender wurde ersten Informationen zufolge herausgeschleudert. 18 Personen wurden leicht verletzt, eine weitere schwer (Brustbeinfraktur und Knochenbrüche an Arm und Bein). Sie wurden, komplett durchnässt, in die Landeskliniken Mödling und Baden eingeliefert. Zur Betreuung der Überlebenden entsandte das Rote Kreuz ein Kriseninterventionsteam.

Feuerwehrtaucher suchten nach Opfern
Da es beim Eintreffen der Einsatzkräfte noch dunkel war, musste die Unfallstelle ausgeleuchtet werden. Als die Helfer erfuhren, dass noch Passagiere vermisst wurden, wurden Feuerwehrtaucher alarmiert. Sie suchten das eineinhalb Meter tiefe Wasser ab und bargen zwei Tote. Der dritte Tote lag unter dem auf der Seite liegenden Bus und konnte erst geborgen werden, nachdem das Fahrzeug mit Hilfe eines Krans aufgerichtet worden war.

Die Unfallursache war zunächst nicht bekannt, die Autobahnpolizei bestätigte auf Anfrage, dass es sich um Reisende aus Moldawien gehandelt habe. Nähere Angaben gab es seitens der mit der Unfallaufnahme beschäftigten Exekutive laut NÖ Sicherheitsdirektion am Vormittag noch nicht. Den Einsatzkräften zufolge gab es keine Bremsspuren, Sekundenschlaf wurde vermutet. Der Lenker dürfte unter den Todesopfern sein.

Der Bus älteren Baujahres wurde nach der Kranbergung auf den Tieflader einer Privatfirma verladen und abtransportiert. Parallel zu den Bergungsarbeiten war auch ein Umweltschutzeinsatz erforderlich, da aus dem Bus Dieseltreibstoff in das Gewässer austrat. Die Feuerwehren Laxenburg und Achau errichteten flussabwärts Ölsperren.

Die Rettung stand mit rund 20 Sanitätern in sieben Fahrzeugen sowie einem Notarztwagen mit zwei Notärzten im Einsatz. Die Feuerwehr stellte rund 60 Mann.

Während der Bergungsarbeiten war in Fahrtrichtung Graz nur eine Fahrspur frei. Im Morgenverkehr kam es zu Stauungen.
(APA/red)

3.6.2006 14:52