Donnerstag, 1. Juni 2006

"Interviews auf Intervention" durchgeführt: ORF-Chefredakteur Mück attackiert die SPÖ

  • "Mit der Ich-AG Armin Wolf ist es nie friktionsfrei"
  • "profil": Mück rechnet mit Wiederbestellung Lindners

In einem Interview in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" weist ORF-Chefredakteur Werner Mück Angriffe seiner Redaktion und der Plattform "SOS ORF" zurück, die Informationssendungen sei unter seiner Führung regierungslastig geworden: "Wenn es Versuche der Einflussnahme gibt, dann stehen sie in keinem Verhältnis zu dem, was diese Redaktionen davor erlebt haben." Methoden, wie sie "von der SPÖ-Kanzlerpartei einst angewendet wurden, wären heute völlig undenkbar". Mittlerweile gäbe es niemanden mehr, "der auf Intervention irgendwelche Interviews machen muss, wie es damals zu oft der Fall war."

Auch gäbe es heute keinen Redakteur mehr, "der direkt bedroht wird; dem von Redaktionsfremden Vorschriften gemacht werden, was er zu tun und zu lassen hat". Das Verhältnis zu seinem schärfsten Kritiker Armin Wolf charakterisiert Mück "profil"-Interview als schwierig: "Mit der Ich-AG Armin Wolf ist es nie friktionsfrei. Ein Teil unserer Bezüge ist auch Schmerzensgeld für Arbeitsleid."

Er gehe davon aus, das Monika Lindner wieder Generaldirektorin werde. Eine eigene Kandidatur für diesen Posten schließt Mück aus. Er werde sich nicht bewerben.

Deutliche Kritik übt Mück am seiner Ansicht nach veralteten Programmkonzept des ORF: "Als Chefredakteur sehe ich ein Programmschema, das sich überlebt hat." Er sei der Überzeugung, dass das Informationsprofil des ORF gestärkt werden müsse. "Dieses Profil hat gelitten, weil es seit 15 Jahren weit gehend unverändert blieb", so Mück. Aufgrund geänderten Publikumsverhaltens sei eine "andere Angebotspalette" nötig.

Noch mehr Infos finden Sie in der aktuellen Ausgabe von "profil"!

1.6.2006 08:13