Handtransplantation: Bereits 3. derartiger medizinischer Eingriff in Innsbruck
- Nach Bombenopfer Kelz wurde Jamnig operiert
Bei der Transplantation von zwei Händen handelt es sich um den dritten derartigen Eingriff, der in Tirol seit dem Jahr 2000 durchgeführt wurde. Der erste Fall war das Bombenopfer Theo Kelz aus Kärnten. Drei Jahre später wurden dem Kärntner Franz Jamnig beide Hände und Unterarme transplantiert. Am vergangenen Sonntag (28. Mai) erfolgte die dritte Operation eines ukrainischen Bombenopfers.
Im März 2000 wurde dem Bombenopfer Theo Kelz in einer 17-stündigen Operation an der Universitätsklinik Innsbruck zwei Hände transplantiert. Bei dem Eingriff handelte es sich um den zweiten derartigen weltweit und um den ersten in Österreich. Im Jänner hatte ein internationales Ärzteteam in Lyon einem 33-jährigen Franzosen zwei neue Hände und Teile der Unterarme eines kurz zuvor gestorbenen Spenders angenäht. Bereits knapp acht Wochen nach einer spektakulären Händetransplantation konnte der Polizeibeamte bereits wieder eine komplette Faust machen. Auch nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus musste der Polizeibeamte aber vorerst noch therapiert und medikamentös behandelt werden.
Kelz, ein Beamter der Klagenfurter Polizei, hatte am 24. August 1994 durch eine explodierende Rohrbombe beide Hände verloren. Der Sprengsatz wurde der so genannten Bajuwarischen Befreiungsarmee (BBA) des (Brief-)Bombenbauers Franz Fuchs zugerechnet. Kelz konnte mit Hilfe von Prothesen wieder den Polizeidienst versehen. Er war in der Funkleitstelle der Bundespolizeidirektion Klagenfurt beschäftigt.
Im Oktober 2001 fuhr Kelz 558 Kilometer auf seinem Motorrad von seiner Heimatstadt Feldkirchen nach Innsbruck. Die Bilder von der ersten Ausfahrt nach der Operation mit seinem geliebten Motorrad, bei der Kelz vom Star-Chirurgen Univ-Prof. Raimund Margreiter am Sozius begleitet worden war, gingen durch alle Medien.
Im Februar 2003 wurde Franz Jamnig beide Hand- und Unterarme transplantiert. Insgesamt 14 Stunden lang waren die Ärzte damit beschäftigt, dem Mann die Unterarme und Hände anzunähen. Besonders schwierig war es, eine Verbindung zwischen Nerven und Muskeln zu schaffen. Dabei halfen die Erfahrungen, die bei Theo Kelz gemacht wurden.
Der Patient war Jahre zuvor in Amstetten bei Arbeiten an einer Bahnstrecke in eine Starkstromleitung geraten. Dabei verbrannten die Hände des Mannes und er verlor beide Unterarme. Seine Muskeln wurden bei dem Unfall komplett zerstört. Der Kärntner wurde zunächst in Amstetten behandelt und trug bis zur Transplantation Prothesen. Vor rund einem Jahr nahm er schließlich Kontakt zur Innsbrucker Universitätsklinik auf.
(apa)
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