10.000 Neo-Österreicher: Einbürgerungen gegenüber 2005 um 20 Prozent gestiegen
- Verschärfte Rechtslage greift erst seit März 2006
- Meist erhalten Migranten-Kinder Staatsbürgerschaft
Die Zahl der Einbürgerungen ist im ersten Quartal 2006 stark gestiegen. Konkret erhielten von Jänner bis März 10.695 Personen die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen, im Vergleich zum Vorjahr entspricht das laut "Statistik Austria" einem Plus von 19,8 Prozent. Diese Daten basieren im Wesentlichen noch auf dem alten Staatsbürgerschaftsrecht, die neuen verschärften Regelungen kommen erst seit 23. März zur Anwendung.
In gleich fünf Bundesländern hat sich die Zahl der Einbürgerungen im Jahresvergleich erhöht, am Stärksten in Oberösterreich mit einem Plus von 47,2 Prozent. Ebenfalls Zunahmen gab es in Niederösterreich, der Steiermark, dem Burgenland sowie in Wien. Zurückgegangen ist die Zahl der Einbürgerungen in Vorarlberg, Tirol, Kärnten und Salzburg.
Meist erhalten Kinder Staatsbürgerschaft
Der vornehmliche Grund für die Einbürgerung war eine Erstreckung der Staatsbürgerschaft auf Kinder bzw. Ehegatten (knapp 4.364), dahinter kam die Gruppe mit einem mindestens zehnjährigen Wohnsitz in Österreich (fast 3.490). Bei der Herkunft der Eingebürgerten liegt Serbien-Montenegro mit 2.296 Neu-Österreichern an der Spitze, gefolgt von Bosnien-Herzegowina (2.101) und der Türkei (1.962).
Gespannt darf man jetzt vor allem sein, wie sich dann im zweiten Quartal das neue Staatsbürgerschaftsrecht auswirkt. Wesentlichster Punkt darin ist die Vereinheitlichung der Ausnahmen für eine vorzeitige Einbürgerung. Frühestens kann der Pass künftig nach sechs Jahren ausgestellt werden. Bisher betrug die Frist je nach Personengruppe zwischen null und fünf Jahren. (APA/red)
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