Freunde, Geld, Partnerschaft: Österreicher sind mit dem privaten Umfeld sehr zufrieden
- 82 % glücklich - Nur 5 % hadern mit ihrem Schicksal
- Größte Sorgen um Jobs und Gesundheitsversorgung
UMFRAGE: Privat-Bereich - Wie zufrieden sind Sie?
Österreicher sind mit ihrem privaten Umfeld sehr zufrieden (82 Prozent) und schätzen ihren Freundeskreis. Nur fünf Prozent der Bevölkerung sind mit dem privaten Bereich unzufrieden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Focus Instituts, die im April 2006 durchgeführt wurde. 750 Personen ab 14 Jahren berichteten dabei über ihre Einstellungen zu Finanzlage, Wohnsituation, Freunde, Ehe und Partnerschaft.
Das positive Ergebnis wird stark durch Partnerschaft und Freundeskreis bestimmt. 88 Prozent der Befragten zeigten sich mit Ehe oder Partnerschaft sehr zufrieden. Am glücklichsten sind demnach 30- bis 39-Jährige.
Eine einstimmig positive Auskunft gab die Gruppe der Selbstständigen und Freiberufler. Laut Umfrage wird die Qualität der Beziehungen von Personen mit hohem Haushaltsnettoeinkommen und Bildungsgrad grundsätzlich besser beurteilt.
Gestiegen ist in den vergangenen drei Jahren die Zufriedenheit mit dem Freundeskreis von 86 Prozent im Jahr 2004 auf 92 Prozent. Nur zwei Prozent zeigten sich damit sehr unzufrieden.
Der Großteil bewertete auch die finanzielle Lage ihrer Haushalte (64 Prozent) sehr positiv, nur neun Prozent zeigten sich überhaupt nicht zufrieden damit. Die Wohnsituation wurde von 84 Prozent ebenfalls gut beurteilt.
Österreicher bangen um Jobs und Gesundheitsversorgung
Die Mehrheit der Österreicher bangt aber um Jobs und die Gesundheitsversorgung. Erhebliche Angst gibt es auch unter anderem vor ausländischem Einfluss in der heimischen Wirtschaft, Unsicherheit bei den Pensionen und vor dem Klimawandel.
Die entstandene "Parade der Zukunftsängste" wird der IMAS-Studie wird angeführt von "wenn die Arbeitslosigkeit nicht gestoppt werden kann" und "wenn die gesundheitliche Versorgung nicht mehr wie bisher gewährleistet ist". Davon fühlen sich jeweils 62 Prozent der Befragten beunruhigt.
Immerhin auch noch jeweils eine absolute Mehrheit empfindet bei acht weiteren Visionen intensives Unbehagen, nämlich: "wenn österreichische Betriebe zunehmend in ausländische Abhängigkeit geraten", "wenn die Pensionen infolge der Überalterung nicht mehr gesichert sind", "wenn sich die Folgen des Klimawandels immer mehr verstärken", "wenn sich die Drogensucht weiter verstärkt", "wenn sich das Verbrechen in Österreich weiter ausbreitet", "wenn durch die Zuwanderung von Ausländern unsere gewohnte Lebensweise immer mehr verändert wird", "wenn Epidemien und Seuchen wie beispielsweise Aids, BSE und Vogelgrippe nicht unter Kontrolle gebracht werden können" und "wenn es zu einer noch stärkeren Abwanderung unserer Betriebe ins Ausland kommt". Diese Sorgen äußerten jeweils zwischen 50 und 56 Prozent der Befragten.
44 bis 49 % haben Angst vor Verbreitung des Islam
Nicht mehr ganz so viele, aber doch auch noch jeweils 44 bis 49 Prozent haben Angst davor, dass "sich der Islam weiter bei uns ausbreitet", "wir uns immer mehr an die Richtlinien der EU halten müssen", "die demokratischen Grundrechte wie Meinungs- oder Religionsfreiheit unter die Räder kommen" und "die Geburtenraten weiter zurückgehen".
Deutlich schwächer, aber noch immer von mehr als 40 Prozent genannt ist das Unbehagen gegenüber einer fortschreitenden Verdrängung des Menschen durch Computer und Maschinen, einem überzogenen Gewinn- und Leistungsstreben in Wirtschaft und Beruf, einer Wiederbelebung des Antisemitismus und einem Missbrauch der Vormachtstellung durch die USA.
FPÖ- und BZÖ-Wähler am ängstlichsten
Vergleichweise am wenigsten Kummer verursachen der Verlust christlicher Grundsätze, das Überhandnehmen von sexueller Unmoral und ein eventuelles Auseinanderbrechen der EU sowie der Rückfall Europas in Einzelstaaten.
Personen über 50 Jahre zeigten bei der Umfrage mehr Furchtvorstellungen als Junge. Überdurchschnittlich Ängste stellten die Meinungsforscher bei den Wählern von FPÖ und BZÖ fest, unterdurchschnittlich waren sie bei den Anhängern von ÖVP und Grünen.
(apa/red)
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