Nach den heftigen Regenfällen: Teile des Tiroler Lechtales wurden erneut überflutet
- Notdamm: Personen kamen bisher nicht zu Schaden
- Donau-Pegel: Hochwasserwarnung in Klosterneuburg
Nach den zum Teil starken Regenfällen sind Teile des Tiroler Lechtales wieder vom Hochwasser heimgesucht worden. Der Lech trat über die Ufer. Personen kamen nach Angaben der Polizei nicht zu Schaden. Heftige Regenfälle ließen auch die Bregenzerache in Vorarlberg stark ansteigen.
In Steeg wurde die Zufahrtsstraße zum Weiler Welzau (von Steeg aus) gesperrt, da der Lech in der Höhe bis zum Wegrand reichte. In Steeg beim Sportplatz am Ortsende in Richtung Hägerau überflutete der Fluss eine kleinere Feldfläche.
Notdamm zum Schutz des Ortes errichtet
Die Freiwillige Feuerwehr Bach musste eine Tischlerei durch Sandsäcke sichern. Bis 3 Uhr brachten mehrere Lkw Schüttmaterial aus Elbigenalp zum Lech und errichteten einen zwei Meter hohen Notdamm entlang des Lech, um das Ortsgebiet und die Tischlerei zu schützen.
In Elmen beim Zufahrtsweg zum Weiler Klimm musste durch Bagger die Straße geöffnet werden, um das Überfluten der Felder zu verhindern. Der Lech breitete sich bereits auf die Felder aus, konnte aber rechtzeitig ins Lechbett zurückgeführt werden. Die Arbeiten dauerten die ganze Nacht. Der Weiler Klimm war von der Lechtalstraße nicht erreichbar.
Von Stanzach bis Weissenbach gab es vorerst keine Probleme. Die Lechverbauungen in Steeg in der Welzau, im Ortsgebiet von Steeg und in Häselgehr - Luxnach hätten die erste Bewährungsprobe bestanden, berichtete die Exekutive.
Heftiger Regen auch in Vorarlberg
Heftige Regenfälle haben im Bregenzerwald zu einem raschen Anstieg der Bregenzerache bis knapp an den Wert der Vorwarnstufe geführt. In Au und Mellau, wo nach dem Hochwasser vom Vorjahr Baumaßnahmen im Gang sind, wurden die noch nicht abgesicherten Böschungen mit Vorgrundsteinen gesichert, teilte der zuständige Landesrat Dieter Egger mit.
Der Pegel der Bregenzerache stieg in Mellau zwischen 7.00 Uhr und 21.00 Uhr um einen Meter von 70 Zentimeter auf 173 Zentimeter an, die Vorwarnstufe liegt bei 180 Zentimeter. Anschließend ging der Wasserstand aber auch rasch wieder zurück. Am Montag um 7.00 Uhr lag der Pegel bei 118 Zentimetern. In den nächsten Tagen wird mit weiteren Niederschlägen gerechnet, die prognostizierten Mengen geben laut Egger aber keinen Anlass zur Sorge.
"Die derzeitige Situation stellt keineswegs ein außergewöhnliches Niederschlags-Geschehen oder Hochwasserereignis dar", beruhigte der Landesrat. Die örtlichen Feuerwehren waren in Bereitschaft, in einigen Bereichen habe man vorsorglich Sandsackbarrieren aufgebaut. Schäden seien bisher keine bekannt. "Niederschlags-Geschehen und Wasserstände werden weiterhin sehr genau beobachtet. Dazu wird auch Kontakt mit den Bürgermeistern und den regionalen Sicherheitskräften gehalten", so Egger.
Hochwasserwarnung in Klosterneuburg
Eine Hochwasserwarnung in Klosterneuburg hat die Bezirkshauptmannschaft Wien-Umgebung ausgelöst. Um 8.00 Uhr früh betrug der Donaupegel 511 Zentimeter. Die Tendenz sei leicht steigend, die Prognose liege bei 530 Zentimeter, teilte die NÖ Sicherheitsdirektion mit. Die erforderlichen Maßnahmen wurden eingeleitet, die Bewohner gefährdeter Gebiete wurden per Lautsprecherdurchsagen verständigt.
Wie Landesfeuerwehrsprecher Jörg Würzelberger (selbst Klosterneuburger) dazu erläuterte, liegt die Warngrenze für Kosterneuburg bei einem Donauwasserstand von fünf Metern. Zu Überflutungen im Strombad Kritzendorf kommt es aber erst bei rund sechs Metern. Schneeschmelze und starke Niederschläge bedingen in Niederösterreich derzeit allgemein hohe Wasserstände, meinte Würzelberger. Aktuell gebe es aber keinerlei Gefährdungen.
Die NÖ Landesregierung berichtete in ihren aktuellen Wasserstandsnachrichten für die Donau von schwach steigenden Prognosen. Bei Ybbs lag der Pegel am Montag früh bei 453 cm (Prognose: 480 cm), Kienstock meldete 578 cm, Korneuburg 513 cm und Wildungsmauer 523 cm.
(APA/red)
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