Sicherheit im Auto für die Kleinen: Billig-Produkte fallen bei Kindersitz-Test durch
- Marken-Artikel haben bei Vergleich Nase vorne
- Kein "hervorragend", aber 15 "sehr empfehlenswert"

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31 Kindersitze in allen Gewichts- und Preisklassen standen beim ÖAMTC-Kindersitztest auf dem Prüfstand. Das Ergebnis: Billigsitze hinken den Markenprodukten hinterher, während diese noch sicherer geworden sind. Und: Babys sind besser geschützt als größere Kinder.
Hauptkriterien bei dem Test waren Sicherheit und Gebrauchstauglichkeit. Dabei fielen nur drei der getesteten Produkte durch. Fünfzehn Sitze konnten als " sehr empfehlenswert" benotet werden, acht mit "empfehlenswert", fünf mit "bedingt empfehlenswert". "Generell schneiden Sitze, die mehrere Gewichtsklassen abdecken, schlechter ab", stellte Kerbl fest. Erfreulich sei, dass es für jedes Alter einen Kindersitz gibt, der mit "sehr empfehlenswert" abschneiden konnte. Im Frontcrash schnitten alle rückwärtsgerichteten Babyschalen mit "sehr empfehlenswert" ab. "Das zeigt erneut, dass Kinder mit dem Rücken zur Fahrtrichtung am sichersten sitzen", erklärt ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl.
Schlechte Billigprodukte
Während Markensitze ihre Sicherheitsstandards beträchtlich erhöhen konnten, wiesen Billigprodukte - Sitze unter 60 Euro - erhebliche Mängel auf. Bei einem Sitz etwa zerbrach beim Frontcrash die Sitzschale komplett, bei einem anderen brach das Gestell auseinander. Das alles sind Mängel, die bei einem Unfall fatale Folgen haben können, so der ÖAMTC.
Jedes zehnte Kind ungesichert
2005 verunglückten laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) österreichweit 1.610 Kinder bei Verkehrsunfällen im Pkw. Jedes Zehnte war bei einem solchen Unfall ungesichert. Davon waren 42 Kinder unter sechs Jahre und fast dreimal so viele, nämlich 123, zwischen sieben und 14 Jahren alt. Egal ob Eltern mit ihrem Nachwuchs nur kurz zum Einkaufen fahren oder sich auf eine längere Reise begeben, jedes Kind müsse im Kindersitz gesichert sein. Denn schon bei geringer Fahrgeschwindigkeit kann durch ein plötzliches Bremsmanöver erhöhte Verletzungsgefahr bestehen.
Die Ergebnisse im Detail
Kein "hervorragend", dafür aber 15 "sehr empfehlenswert", acht "empfehlenswert", fünf "bedingt empfehlenswert" und drei "nicht empfehlenswert", so die Notenvergabe der strengen, aber gerechten Tester. "Generell schneiden Sitze, die mehrere Gewichtsklassen abdecken, schlechter ab", erklärt Kerbl. Kinder, die zuerst in einer Babyschale und anschließend in einem Gruppe I-Sitz transportiert werden, sind deutlich besser geschützt. Erfreulich am Testergebnis ist auch, dass es für jedes Alter einen Kindersitz gibt, der mit "sehr empfehlenswert" abschneidet.
Die Besten
Die besten Sitze nach Gewichtsklassen mit Note "sehr empfehlenswert" sind:
- bis 10 Kilo (Gruppe 0 bis zirka. ein Jahr): Akta Graco Boxette
- bis 13 Kilo (Gruppe 0+ bis zirka. eineinhalb Jahren): Bobob Easybob Maxi SPP, Britax Rock-a-Tot Plus SI, Chicco Synthesis X-Plus, Kiddy Maxi Pro, Maxi Cosi CabrioFix, Peg Perego Primo Viaggio SIP, Recaro Young Profi Plus
- 9 bis 18 Kilo (Gruppe I, ein bis vier Jahre): Bebe Confort Iseos Safe Side Isofix, Maxi Cosi Priorifix, Maxi Cosi Tobi
- 9 bis 36 Kilo (Gruppe I, II, III, ein bis zwölf Jahre): Kiddy Life Pro
- 15 bis 36 Kilo (Gruppe II, III, vier bis zwölf Jahre): Concord Lift Evo PT, Cybex Solution Plus, Römer Kid Plus 06
Die Schlechten
Während Markensitze ihre Sicherheitsstandards noch einmal erhöhen konnten, hinken die Billigsitze unter 60 Euro den Markensitzen weiter hinterher. Drei "Billigkindersitze" wurden getestet. Gerade noch vor dem Durchfallen retten konnte sich der IWH Travel Basic, im Seitencrash allerdings schlug der Kopf des Dummys gegen die Fahrzeugtüre, was bei einem Unfall fatale Folgen haben kann. Beim Osann Safety Plus zerbrach im Frontcrash die Sitzschale komplett und fiel im ÖAMTC-Test durch. Beim Mamas & Papas Revo brach ebenfalls beim Frontaufprall das Sitzgestell auseinander.
Komfort bei der Bedienung deutlich verbessert
"Die Bedienung ist als Testurteil genauso wichtig wie die Sicherheit, weil nur ein korrekt eingebauter Kindersitz sehr empfehlenswert schützen kann", erklärt Kerbl. Obwohl für den Einbau einiger Kindersitze nach wie vor akrobatische Übungen notwendig sind, hat sich hier im vergangenen Jahr doch einiges getan. Wichtig ist, dass der Sitz intuitiv richtig eingebaut werden kann und die Anzahl der benötigten Einbauschritte möglichst klein ist. In der Kategorie Bedienung erhalten drei Sitze ein "hervorragend", 23 ein "sehr empfehlenswert", zwei ein "empfehlenswert" und drei "bedingt empfehlenswert".
(APA/red)
www.oeamtc.at/tests/kindersitze
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