Sonntag, 28. Mai 2006

"trend": Wirtschaftskammer verkauft ihre insgesamt 42 Auslandsliegenschaften

  • Mit Erlösen werden auch Altlasten abgedeckt

Während der ÖGB immer noch um eine Sanierung kämpft, dürfte die Wirtschaftskammer (WKÖ) das Gröbste bereits überstanden haben, berichtet das Wirtschaftsmagazin "trend" in seiner aktuellen Ausgabe. Dazu trägt der Verkauf einiger WKÖ-Liegenschaften nicht unwesentlich bei. Bereits im September 2004 hat die WKÖ ihre Wiener Zentrale in der Wiedner Hauptstraße zu Geld gemacht. In diesen Tagen wird nun auch mit dem Verkauf der 42 Auslandsliegenschaften begonnen. WKÖ-Generalsekretärin Anna Maria Hochhauser: "Zur Zeit wird der Verkauf der Außenhandelsstelle Budapest inklusive Dienstwohung abgewickelt, als nächstes kommt Bratislava dran, dann London und Tokyo."

Veräußert wird aber nicht an Dritte, sondern an die 100-Prozent-Tochter WKO Immobilienmanagement GmbH (WIG). Wie schon beim Sale & Lease back der WKÖ-Zentrale in der Wiedner Hauptstraße nimmt die WIG das Geld für den Kaufpreis am freien Markt auf und bedient die Zinsen mit Mieteinnahmen. Hochhauser bestätigt, dass hier "im Grunde stille Reserven losgeeist" werden. Im Fall der WKÖ-Zentrale betrug der Kaufpreis 70 Millionen, in Budapest 1,2 Millionen Euro.

Allerdings sei es nicht richtig, so Hochhauser gegenüber "trend", dass es sich hier um Notverkäufe zur Bedienung der Altlasten handle. Unbestreitbar ist allerdings, dass die Immobilienerlöse zur Aufstockung des Pensions- und Abfertigungsfonds herangezogen werden: So erhielt die Abfertigungskasse im Vorjahr zehn Millionen Zuschuss aus den Immobilienerlösen. Damit betragen die Abfertigungsrücklagen zur Zeit 14 Millionen Euro, was einer 100prozentigen Deckung entspricht. Und dem Pensionsfonds sollen nach einer ersten Tranche von zehn Millionen aus den Immobilienerlösen heuer nochmals zehn Millionen zugeführt werden. Hochhauser: "Mit Einlagen von insgesamt 130 Millionen Euro erfüllen wir aber jetzt schon die gesetzliche Deckungsquote von 60 Prozent."

Die Pensions- und Abfertigungsrückstellungen werden allerdings nicht nur von der WKÖ, sondern anteilig auch von den einzelnen Fachverbänden bedient. "Da kann es schon vorkommen, dass der eine oder andere Fachverband Schwierigkeiten hat", so Hochhauser, " aber durch eine Gesetzesänderung ist es seit 2004 möglich, in solchen Fällen auf Ratenzahlungen umzusteigen."

Lesen Sie die ganze Stoy im aktuellen "trend"!

28.5.2006 11:23