Black Stars im Regen: Ghana trainiert in Kärnten mit Mauer in Farben der WM-Gegner
- Aus den Lausprechern tönt Afro-Trommelmusik
- Journalisten und Beobachter bewundern Tempo
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Wer erwartet hätte, dass Trainer Ratomir Dujkovic wegen des starken Regens das Training der Nationalmannschaft aus Ghana absagen würde, täuschte sich. Mit fester Stimme dirigierte der Serbe die "Black Stars" rund um Michael Essien und Stephen Appiah in der Sport-Arena Seeboden am Millstätter See. "Das ist echtes Fußballwetter", gewann Team-Manager Anthony Baffoe dem Schlechtwetters positive Seiten ab. Denn auch bei der WM in Deutschland könnten ähnliche Bedingungen herrschen.
Aus den Lautsprechern der Sportanlage klingt typisch afrikanische Trommelmusik. Nein, das haben sich nicht die Gäste gewünscht, das sei ein Entgegenkommen der Gastgeber, erläutert Horst Zwischenberger vom ortsansässigen Fußball-Klub. "Die Fußballer sollen sich wohlfühlen", so der Sportfunktionär, der sich derzeit, wie andere freiwillige Helfer auch, extra Urlaub genommen hat.
Pappkameraden in Nationalfarben
Die Pappkameraden, die als künstliche Mauer beim Freistoßtraining Verwendung finden, sind in den Trikotfarben der italienischen und tschechischen Nationalmannschaft gehalten. "Wir dachten, dass sich die Ghanesen so besser auf ihre Gruppengegner einstellen können", erklärt Zwischenberger. Leider sei die Mauer bisher noch nicht zum Einsatz gekommen. Der Trainer legt offenbar Wert auf andere Tugenden als Kunstschüsse.
"Bisher hat es nur ein Problem gegeben - das Gepäck mit den Fußballschuhen ist verspätet angekommen", erzählt Herbert Brugger, Obmann des Seebodener Fußballclubs. Ersatzschuhe habe er binnen weniger Stunden aufgetrieben. "Internationale Spitzenklubs sind auf alle Fälle unkomplizierter als jeder österreichische Zweitligist", resümiert Brugger.
Am Rand des Trainingsplatzes beobachten etliche Zaungäste die Trainingseinheiten des WM-Teilnehmers. Neben Journalisten aus Deutschland, Tschechien und Italien gab sich auch der Botschafter Ghanas in der Schweiz, Kwame Bawuah-Edusei, die Ehre. Auf dem Weg von Bern nach Wien ließ er es sich nicht nehmen, seinem Nationalteam für die kommenden Aufgaben alles Gute zu wünschen.
Training statt Turnier"Wenn ich schon keine Karten für das Turnier bekomme, möchte ich wenigstens hier etwas vom WM-Fieber mitbekommen", erklärte ein Nachwuchstrainer der Salzburger Red Bulls seine Anwesenheit in Seeboden. Die Trainingsmethoden seien zwar die selben wie in Österreich, das Tempo der "Black Stars" jedoch beeindruckend, befand der Fußballfan.
Die Nationalmannschaft von Ghana trainierte seit Freitag vergangener Woche in Kärnten. Am Donnerstag geht es weiter nach Deutschland. In Kärnten steht am kommenden Montag der nächste Fußball-Besuch an, wenn die National-Elf von Serbien-Montenegro zum Training in Velden anreist.
(APA/red)
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