Mittwoch, 24. Mai 2006

Möglicher Ausweg aus Skandal: Juve-Coach
Fabio Capello wird auch General-Manager

  • Italiener trainiert "Alte Dame Juve" seit zwei Jahren
  • Turiner Staatsanwaltschaft prüft 41 Spieler-Verträge

Um einen Ausweg aus der eklatanten Absprachenaffäre zu finden, setzt der italienische Fußball-Skandalklub Juventus Turin voll auf seinen Trainer Fabio Capello. Der Coach, der seit 2004 die "Alte Dame" trainiert, rückt zum Generalmanager von Juventus auf. Beauftragt wurde der 59-jährige Trainer von Juves Hauptaktionär, der Finanzholding Ifil, die unter Kontrolle der Turiner Unternehmerfamilie Agnelli ist.

Als Generalmanager wird Capello eng mit Alessio Secco zusammenarbeiten, der zum neuen sportlichen Leiter von Juventus berufen worden war. Secco war bei Juventus schon als Teammanager und Pressesprecher tätig und soll sich künftig mit Capello um die sportlichen Belange des Traditionsklubs kümmern.

Juventus ist führungslos, seitdem Geschäftsführer Antonio Giraudo und Sportdirektor Luciano Moggi in den Sog eines ausgedehnten Absprachenskandals geraten sind und das Handtuch werfen mussten. Moggi wird eine systematische Manipulation der Fußball-Meisterschaft 2004/05 zu Gunsten des italienischen Rekordmeisters vorgeworfen. Moggi hatte vor zwei Wochen unmittelbar nach dem Gewinn des "Scudetto" (Meistertitel) seinen Rücktritt erklärt. Der Posten des Geschäftsführers wurde interimistisch mit Ifil-Manager Carlo Sant'Albano nachbesetzt.

Staatsanwaltschaft überprüft Spieler-Verträge
Die Turiner Staatsanwaltschaft überprüft indes 41 Spielerverträge in Italien. Die Bilanzbücher von 71 Klubs der italienischen Fußball-Profiligen wurden von den Ermittlern unter die Lupe genommen, berichteten italienische Medien am Mittwoch. Der Verdacht auf Bilanzfälschung und Steuerbetrug lastet auf 16 der 18 Klubs der Serie A. Die Ermittlungen konzentrieren sich insbesondere auf die in Mailand börsennotierten Klub Juventus, Lazio Rom und AS Roma.

Die verdächtigen Klubs sollen in den Bilanzen den Wert von Spielern völlig überhöht angegeben haben, um so die Überschuldung der börsennotierten Klubs zu vertuschen und Schwarzgelder anzusammeln. Zu den Verträgen, die die Staatsanwälte genau kontrollieren, zählt auch jener des französischen Stars Zinedine Zidane, der 2001 von Juventus an Real Madrid verkauft wurde.

(APA/red)

24.5.2006 14:52