USA will Lösung im Atomstreit: Staaten verhandeln nun mit China über Problem
- Angeblich Telefonat der beiden Außenminister
·Atomstreit: USA überdenken Haltung
Nachdenken über Ver-handlungen mit dem Iran
·Atomstreit: Iran zu Zugeständnis bereit
Anreicherung nicht so weit wie bisher geplant
·Chronik des Streits um Atomprogramm
IAEO, EU und USA seit drei Jahren damit befasst
Die Außenminister Chinas und der USA, Li Zhaoxing und Condoleezza Rice, haben sich telefonisch zum weiteren Vorgehen im Atomstreit mit dem Iran konsultiert. Sie hätten darüber beraten, wie die Angelegenheit diplomatisch zu klären sei, teilte das Außenamt in Peking am Sonntag mit. Einzelheiten über das Gespräch vom Vorabend wurden nicht bekannt.
Die fünf Vetomächte im UNO-Sicherheitsrat (USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich) und Deutschland hatten sich nicht auf einen Resolutionsentwurf zum Iran-Atomkonflikt verständigen können. Sie waren stattdessen übereingekommen, dem Land wirtschaftliche Anreize für ein Einlenken anzubieten. Die Androhung von Sanktionen in Form einer Sicherheitsrats-Resolution wird von Russland und China abgelehnt. Der Westen befürchtet, dass der Iran angereichertes Uran zum Bau von Atombomben verwenden könnte.
Die USA überdenken nach einem Bericht der "New York Times" ihre jahrelange Verweigerung direkter Gespräche mit dem Iran. Außenministerin Rice habe eine Debatte darüber innerhalb ihres Hauses in Gang gesetzt, berichtete die Zeitung am Samstag unter Berufung auf europäische Quellen. Präsident George W. Bush, Vizepräsident Richard Cheney und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld seien allerdings strikt dagegen. Man befürchte, dass allein schon die Bereitschaft zur Aufnahme von direkten Gesprächen als "Zeichen von Schwäche" interpretiert werden und die Verhandlungen zwischen der EU und Teheran stören könnte, hieß es unter Berufung auf Vertraute von Rice.
Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad hatte einen Brief an Bush gerichtet, der nicht beantwortet worden war. UNO-Generalsekretär Kofi Annan hatte sich für Direktgespräche zwischen Washington und Teheran ausgesprochen. Wie die "New York Times" weiter berichtete, machten europäische Regierungen zunehmend Druck auf Washington, direkt mit Teheran zu verhandeln.
Russischer Emissär zu Gesprächen im Iran
Der Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates Russlands, der frühere Außenminister Igor Iwanow, ist am Sonntag zu Gesprächen mit der iranischen Führung in Teheran eingetroffen. Sein direkter Gesprächspartner ist Ali Larijani, der Sekretär des iranischen Sicherheitsrates und Atombeauftragte der Regierung in Teheran. Zunächst traf Iwanow mit dem von einem Irak-Besuch heimgekehrten iranischen Außenminister Manouchehr Mottaki zusammen.
Im Mittelpunkt der Gespräche soll ein neuer Vorschlag des so genannten EU-Trios - Großbritannien, Frankreich und Deutschland - an den Iran stehen. Die EU soll Teheran angeblich unter anderem angeboten haben, im Gegenzug zu einem Stopp des iranischen Urananreicherungsprogramms einen Leichtwasserreaktor zu liefern. Weiteres Thema dürfte der Vorschlag Moskaus sein, Uran für den Iran in Russland anzureichern. Der iranische Mahmoud Ahmadinejad hat den Europäern schwere Fehler vorgeworfen. Dem am Montag erscheinenden deutschen Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" sagte er zugleich, Teheran sei an einem Ausbau der "von jeher guten Beziehungen" interessiert.
(apa/red)
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