Menschenrechtsorganisation deckt auf: Über 60 Kinder in Guantánamo festgehalten
- Sollen bei Verhaftung 14 oder 15 gewesen sein
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Festhalten in US-Lager
ist ein "Akt der Folter"
Im Gefangenenlager des US-Marinestützpunkts Guantánamo sind nach Angaben einer britischen Menschenrechtsorganisation mehr als 60 Kinder festgehalten worden. Das berichtet die britische Zeitung "Independent on Sunday" unter Berufung auf die Londoner Menschenrechtsorganisation Reprieve. Mehr als 60 der Inhaftierten seien bei ihrer Festnahme unter 18 gewesen; heute seien noch mindestens zehn Menschen in Guantánamo, die zum Zeitpunkt ihrer Festnahme 14 oder 15 Jahre alt gewesen seien. Sie hätten ebenso wie die anderen Häftlinge Einzelhaft, lange Verhöre und mutmaßlich Folter erdulden müssen.
Dem Blatt zufolge könnte der Bericht die Beziehungen zwischen den USA und Großbritannien, dem engsten Verbündeten Washingtons im Anti-Terrorkampf, beeinträchtigen. Denn nach Angaben aus Regierungskreisen in London sollen die USA Großbritannien versichert haben, keine Kinder in dem Lager festzuhalten. Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums erklärte gegenüber dem Blatt, keiner der in Guantánamo Inhaftierten sei unter 18.
Den Gefangenen werden Verbindungen zu den afghanischen Taliban und zum El-Kaida-Netzwerk von Osama bin Laden vorgeworfen. Die US-Regierung verweigert den Inhaftierten den Status und damit auch die Rechte von Kriegsgefangenen; die meisten von ihnen haben keinerlei Rechtsbeistand.
(apa/red)
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