Kolumbianer wählen neuen Präsidenten: Verlängert Konservativer Uribe Amtszeit?
- Stärkster Herausforderer in Umfragen 30% zurück
- Soldaten und Polizisten sichern den Urnengang ab
In Kolumbien hat die Wahl eines neuen Präsidenten begonnen. 26,7 Millionen Wähler waren aufgerufen, einen der sechs Kandidaten zu bestimmen. Favorit war der konservative Amtsinhaber Alvaro Uribe; er könnte Umfragen zufolge bereits in der ersten Runde zum Sieger erklärt werden. Dafür sind 50 Prozent der Stimmen plus eine erforderlich. Sein Herausforderer Juan Carlos Gaviria vom oppositionellen Mitte-links-Bündnis Demokratischer Alternativer Pol lag den Umfragen zufolge mit 23 Prozent der Stimmen gut 30 Prozent hinter Uribe.
Rund 220.000 Soldaten und Polizisten sicherten den Urnengang ab, der in einer gespannten Atmosphäre verläuft. Sie bewachten Wahllokale und wichtige Straßen. Befürchtet wurden vor allem Anschläge linker Rebellen. Das Recht zum Tragen von Waffen wurde am Wahlsonntag eingeschränkt und der Alkoholausschank sowie -verkauf war ganz verboten.
Nach einer von Präsident Uribe betriebenen Verfassungsänderung ist es das erste Mal seit dem 19. Jahrhundert, dass ein Präsident als Kandidat antritt. Uribe, ein Dissident der Liberalen Partei, hatte während seiner ersten Amtszeit versucht, die Rebellen militärisch zu schlagen. Diese Strategie will er mit weiterer US-Militärhilfe auch im Falle seiner Wiederwahl fortsetzen.
Auf Platz zwei dürfte Carlos Gaviria vom Polo Democratico und damit erstmals ein Kandidat der politischen Linken landen. In Umfragen verdrängte er Horacio Serpa von der Liberalen Partei auf Platz drei. Die Opposition hatte im Wahlkampf Gewalt gegen ihre Anhänger angeprangert und vor Wahlbetrug gewarnt. Internationale Beobachter waren im Einsatz. Mit ersten Ergebnissen wurde in der Nacht zum Montag gerechnet. (apa)
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