Samstag, 27. Mai 2006

"Putin macht gleichen Schritte wie Hitler": Otto Habsburg bei Paneuropa-Union-Treffen

  • Kaiser-Sohn: "Russland ist die größte Gefahr für uns"
  • EU-Erweiterung unumgänglich, Slowenien ist Vorbild

"Es gibt Gefahren und Russland ist die größte Gefahr für uns." Dies sagte Otto Habsburg, Sohn des letzten österreichischen Kaisers Karl I. im Rahmen einer Tagung der Paneuropa-Union in Laibach. Der russische Präsident Putin mache "genau die gleichen Schritte wie Hitler", wurde Otto Habsburg von der slowenischen Nachrichtenagentur STA zitiert. Die Verurteilung des Erdölmagnaten Michail Chodorkowski sei eine "Wiederholung großer stalinistischer Prozesse" gewesen.

Die EU-Erweiterung sei "unumgänglich", betonte Habsburg laut STA. "Berufspolitiker und einige andere bemühen sich fortwährend, nach dem ersten Schritt vorwärts drei Schritte zurück zu machen. Das müssen wir verhindern", betonte er. Europa seien auch "die Ukraine, Kosovo, Bosnien-Herzegowina, Rumänien, Mazedonien".

"Slowenien ist ein Vorbild dafür, dass die Erweiterung etwas Ausgezeichnetes ist", sagte Habsburg am Rande der Sitzung des Präsidiums der Paneuropa-Union im Laibacher Rathaus. Er betonte auch, dass seine Organisation die EU-Erweiterung von Anfang unterstützt habe.

Die Teilnehmer wurden von der sozialdemokratischen Laibacher Bürgermeisterin Danica Simsic begrüßt und wurden in das benachbarte erzbischöfliche Palais des Laibacher Erzbischofs Alojz Uran zum Gespräch geladen. Staatspräsident Janez Drnovsek gibt am Abend einen Empfang im Schloss Brdo bei Kranj (Krainburg).

Die Sitzung wird vom Präsidenten der Paneuropa-Union, Alain Terrenoir, geleitet, der in seiner Ansprache ebenfalls die Leistungen Sloweniens hervorhob. "Die Slowenen machten alles, was notwendig ist, um Klassenerster zu werden. Sie erwecken den Wunsch, das Projekt Europa unbedingt weiter zu führen", sagte er.

Der Vorsitzende der slowenischen Paneuropa-Union und ehemalige Parlamentspräsident France Bucar erinnerte, dass in Kürze das 15-jährige Bestehen des slowenischen Staates gefeiert wird und die Slowenen schon früher mit der "zentralen Figur der Paneuropäischen Union" zusammen gearbeitet hätten. "Die Rolle des Otto von Habsburg kann vom Prozess unserer Verselbstständigung nicht getrennt werden", sagte er. (apa/red)

27.5.2006 18:44