Washington kann aufatmen: Nach Alarm in Kongress wurde kein Schütze gefunden
- Zuvor meldeten Anrufer Schüsse aus der Parkgarage
- Geräusch stammte vermutlich von einem Mechaniker

Nach rund fünfstündiger Suche nach einem vermeintlichen Schützen im US-Kongress hat die Polizei ihre Nachforschungen ergebnislos eingestellt. Den Großalarm hatte der republikanische US-Abgeordnete Jim Saxton ausgelöst, der über Schüsse in der Parkgarage in einem Nebengebäude des Parlaments berichtet hatte. Nachdem bewaffnete Einsatzteams das gesamte Gebäude durchforstet hatten, sagte ein Polizeisprecher, es seien keine Hinweise auf Schüsse gefunden worden. Der Fernsehsender CNN meldete unter Berufung auf Sicherheitskreise, die lauten Geräusche stammten vermutlich von einem Mechaniker, der mit einem Presslufthammer gearbeitet habe.
Kurz nach dem Anruf waren bewaffnete Polizisten rund um das Rayburn-Gebäude aufmarschiert, in dem Abgeordnetenbüros des Repräsentantenhauses untergebracht sind. Das Rayburn-Gebäude sowie das benachbarte Kapitol, in dem die Plenarsäle untergebracht sind, wurden abgeriegelt. Weder das Betreten noch Verlassen der Gebäude waren erlaubt, so dass Parlamentarier und ihre Mitarbeiter festsaßen. Das Repräsentantenhaus hatte allerdings ohnehin sitzungsfrei. Der Senat setzte trotz des Alarms seine Plenarsitzung fort.
Die Suche nach dem angeblichen Schützen wurde von einem riesigen Medienwirbel begleitet; CNN berichtete stundenlang live. Eine Kongressmitarbeiterin erlitt einen Panikanfall und wurde auf einer Krankenbahre fortgetragen. Zwei weitere Frauen berichteten laut CNN, sie hätten einen "bewaffneten Mann" in der Turnhalle des Rayburn-Gebäudes gesehen. Es sei allerdings möglich, dass es sich dabei um einen Polizisten in Zivil gehandelt habe, fügte der Sender sogleich hinzu.
Das betreffende Gebäude steht südwestlich des Kapitols. Die Tiefgarage des Komplexes erstreckt sich über drei Ebenen. Im Kapitol tagte zum Zeitpunkt des Zwischenfalls der Senat. Das Plenum des Repräsentantenhauses tagte nicht. Die meisten Abgeordneten waren bereits in das verlängerte Wochenende gegangen; in den USA ist am Montag ein Feiertag.
Im Juli 1998 war es im Kapitol selbst zu einem tödlichen Zwischenfall gekommen. Damals erschoss ein offenbar geistig Verwirrter in einer Eingangshalle einen Wachmann. (apa/red)
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