Hunderttausende feiern Papst in Warschau: Gläubige nehmen trotz Regens an Messe teil
- Absage an Fundamental-Katholiken in Tschenstochau
- PLUS: Die BILDER der Papst-Messe in Warschau!

·BILDER der Polen- Reise Benedikt XVI.
Tausende Gläubige bei Gottesdienst & Besuchen
·Benedikt XVI. auf Spuren Karol Wojtylas
Papst besucht Geburtsort,
Wallfahrtsort & Auschwitz
Trotz strömenden Regen pilgerten rund 300.000 Gläubige zum Pilsudski-Platz in Warschau um der Messe von Papst Benedikt XVI. unter freiem Himmel beizuwohnen. Viele Menschen harrten seit dem Morgengrauen aus. Die Messe war ein erster Höhepunkt der viertägigen Polenreise des deutschen Papstes. Fundamental-Katholiken erteilte Benedikt XVI. bei einem anschließenden Besuch im Wallfahrtsort Tschenstochau eine Absage.
Mehrere hunderttausend Gläubige begrüßten das Kirchenoberhaupt jubelnd zur ersten großen Freiluft-Messe während seiner viertägigen Polen-Reise. Es waren deutlich weniger als die eine Million, die die Veranstalter erwartet hatten. Viele Menschen hatten seit dem Morgengrauen auf dem Pilsudski-Platz ausgeharrt. Die Menschen schwenkten die rot-weißen Flaggen Polens und die gelb-weißen des Vatikans, als Benedikt im überdachten Papamobil zum Altar gefahren wurde. "Der starke Regen macht uns nichts aus", sagte die Rentnerin Eugenia.
Als der Papst sein Fahrzeug unter einem Regenschirm verließ, läuteten Glocken und ein Chor sang. Die 120 Priester und Bischöfe, die mit Benedikt die Messe feiern wollten, begleiteten das Oberhaupt der katholischen Kirchen unter weißen Regenschirmen auf seinem Weg zu dem mit einem 25 Meter hohen Kreuz versehenen Altar.
Benedikts aus Polen stammender Vorgänger Johannes Paul II. hatte 1979 auf dem Pilsudski-Platz zur Erneuerung der polnischen Staats- und Gesellschaftsordnung aufgerufen hatte. Dem Aufruf folgte die Erhebung der Gewerkschaftsbewegung Solidarnosc und der Zusammenbruch des kommunistischen Regimes in den Jahren 1989/90.
Papst in Tschenstochau
Papst Benedikt XVI. hat fundamentalistischen Strömungen in der katholischen Kirche eine Absage erteilt. Die Weisheit des Evangeliums müsse "mit Reife, ohne Kindlichkeit und ohne Angriffslust" in die Welt getragen werden, sagte das Kirchenoberhaupt bei seinem Besuch im polnischen Wallfahrtsort Tschenstochau (Czestochowa). Der Papst bezog sich damit offenbar auf fundamentalistische Katholiken wie die Macher des Senders Radio Maryja, dem judenfeindliche, europafeindliche und antiliberale Propaganda vorgeworfen werden.
Im Übrigen sollten die Katholiken ihren Glauben nicht auf eine Geisteshaltung oder auf religiöse Erfahrungen beschränken; der Glaube habe "im Denken und im Handeln, bei der täglichen Arbeit und im gemeinschaftlichen Leben seinen Platz", sagte Benedikt XVI.
Im Kloster Jasna Gora in Tschenstochau kam der Papst zum Gebet mit mehr als 700 Geistlichen, Priesterschülern und Vertretern weiterer kirchlicher Bewegungen zusammen. Knapp 300.000 Menschen hatten sich vor dem Kloster mit dem berühmten Marienheiligtum versammelt, um ihn zu sehen. Zuvor hatte der Papst in Warschau eine Messe unter freiem Himmel gehalten. Noch am Abend wollte er in die südpolnische Stadt Krakau weiterreisen. (apa/red)
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