Nach Montenegro-Referendum: Serben streben in Balkan-Republik Autonomie an
- Eigene Schulen, Kulturinstitute & Sportklubs geplant
- Auch öffentlich-rechtliches Radio und TV aufteilen
·Montenegro: 55,5% für Unabhängigkeit
Endergebnis: Knappes Ja zu Loslösung von Serbien
·Ein "neuer" Staat in Europa: Montenegro
Karte muss einmal mehr neu gezeichnet werden
·Die wichtigsten
Daten Montenegros
621.000 Einwohner, 300 Euro Durchschnittslohn
·Montenegriner stolz auf lange Geschichte
Wurzeln des Landes
liegen im Jahr 1042
·Djukanovic und Bulatovic im Porträt
Premier Montenegros
führt "Souveränisten" an
Nach dem Unabhängigkeitsvotum in Montenegro und dem dadurch zu erwartenden Ausstieg aus dem Staatenbund mit Serbien droht eine Vertiefung der ethnischen Gräben in der kleinen Balkan-Republik. Laut Medienberichten haben serbische Gruppierungen und Parteien bereits Pläne für eine weit reichende Autonomie in der Tasche. Die Forderung danach soll erhoben werden, sobald Montenegro international als unabhängiger Staat anerkannt wird.
Geplant sind unter anderem eigene Schulen, Kulturinstitute und andere explizit "serbische" Organisationen, erklärte Dobrilo Dedeic von der Serbischen Volkspartei (SNS) gegenüber der kroatischen Zeitung "Vecernji list". Die SNS hatte gemeinsam mit der Sozialistischen Volkspartei (SNP), der Volkspartei (NS) und der Demokratische Serbische Partei (DSS) einen Parteienblock gegen die Eigenstaatlichkeit Montenegros und für die Wahrung des serbisch-montenegrinischen Staatenbundes gebildet.
"Wir werden auch die Sportvereine brüderlich aufteilen", kündigte Dedeic als Beispiel an. Seitens serbischer Parteien in Montenegro wurde zudem bereits die Forderung erhoben, dass auch das öffentlich-rechtliche Radio und Fernsehen in Montenegro aufgeteilt werden muss. Angestrebt werden eigene Programme in serbischer und montenegrinischer Sprache. Die Serben in Montenegro stellen nach eigenen Angaben rund 35 Prozent der 630.000 Einwohner. (apa/red)
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