Atomstreit mit dem Iran: Teheran ist nun offenbar zu Zugeständnissen bereit
- Anreicherung nicht so weit wie bisher geplant
- 10-%ige Anreicherung würde für Bombe nicht reichen
Im Atomstreit mit den Vereinten Nationen hat der Iran jetzt vorgeschlagen, sein Uran nur bis zu einem Grad anzureichern, der für den Bau einer Atombombe nicht ausreicht. Die Obergrenze sollte unter zehn Prozent liegen, sagte der iranische UNO- Botschafter Jawad Sarif am Freitag in New York.
Weitere Maßnahmen sollten dann sicherstellen, dass das angereicherte Uran nicht weiter angereichert werden könne, schlug Sarif vor. Der Iran hatte im April erstmals bekannt gegeben, Uran angereichert zu haben. Im Mai hatte das Land dann mitgeteilt, bei einem Anreicherungsgrad von 4,8 Prozent angekommen zu sein. Weiter wolle es jedoch nicht gehen, hieß es damals.
Je nach Anreicherungsgrad kann Uran als Reaktorbrennstoff zur Stromerzeugung oder für Atombomben eingesetzt werden. Der Westen verdächtigt die Führung in Teheran, heimlich am Bau von atomaren Waffen zu arbeiten, Teheran dagegen bekräftigt, allein an einer zivilen Nutzung interessiert zu sein. Die fünf Veto-Mächte im UNO- Sicherheitsrat und Deutschland beraten derzeit über Möglichkeiten, das Land zum Verzicht der Urananreicherung zu bewegen.
US-Regierung diskutiert über Direktgespräche mit Teheran
Die US-Regierung diskutiert nach Informationen der "New York Times" über die Möglichkeit direkter Gespräche mit dem Iran zur Lösung des Atomstreits. Außenministerin Condoleezza Rice habe entsprechende Beratungen mit führenden Beamten ihres Ministeriums aufgenommen, berichtete die Zeitung unter Hinweis auf europäische Quellen. Die Ministerin fürchte aber, dass allein schon die Bereitschaft zur Aufnahme von direkten Gesprächen als "Zeichen von Schwäche" interpretiert werden und die Verhandlungen zwischen der EU und Teheran stören könnte, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf Vertraute von Rice.
Präsident George W. Bush, Vizepräsident Dick Cheney und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld seien strikt gegen direkte Kontakte, auch über informelle Kanäle, zitierte die Zeitung Regierungsmitarbeiter in Washington. Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad hatte einen Brief an Bush gerichtet, der nicht beantwortet worden war. UNO-Generalsekretär Kofi Annan hatte sich für Direktgespräche zwischen Washington und Teheran ausgesprochen.
(apa/red)
Deutsche Sklavin befreit14:01
Frau schildert ihr Leid19-Jährige nach acht Jahren gerettet - Mutter soll von Martyrium gewusst haben
Nachbeben in Italien20:01
Mehrere TodesopferErneut große Schäden und Tote nach schweren Erdstößen in Norditalien
