Sonntag, 28. Mai 2006

Verwicklung in Bawag-Karibik-Geschäfte: ÖVP und BZÖ fordern Rücktritt von Tumpel

  • "Ein Schuldiger des roten BAWAG/ÖGB-Debakels"

Nachdem Arbeiterkammer-Präsident Herbert Tumpel in der BAWAG-Affäre seinen Rücktritt neuerlich abgelehnt hat, sind am Sonntag aus den beiden Regierungsparteien neue Aufforderungen gekommen, genau diesen Schritt doch zu setzen. Sowohl BZÖ-Sprecher Uwe Scheuch als auch der niederösterreichische ÖVP-Abgeordnete Alfred Schöls bekräftigten die Forderung nach einer Ablöse des früheren BAWAG-Aufsichtsratspräsidenten.

"Tumpel ist einer der Schuldigen des roten BAWAG/ÖGB Debakels und ist daher rücktrittsreif. Daran ändern auch seine ständigen Ausflüchte nichts", sagte Scheuch. Die Aussage Tumpels, dass in seiner Ära bis 1997 als BAWAG-Aufsichtsratsvorsitzender und ÖGB-Finanzreferent nichts passiert sei, ist für Scheuch "völlig realitätsfern". Seine Verantwortung in dieser Causa könne er keinesfalls leugnen. "Tumpel war über die Heuschreckengeschäfte der Genossen voll informiert und hat hier mitgespielt".

Der Vorsitzende der Niederösterreichischen Christgewerkschafter, Alfred Schöls, bezeichnete einen Rücktritt Tumpels als überfällig. Wenn ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer jetzt versuche reinen Tisch zu machen, dann dürfe Tumpel dabei nicht fehlen. "Der neue ÖGB-Chef soll seinem Parteigenossen klar machen, dass man von politischer Verantwortung nicht nur bei Schönwetter reden kann, sondern sie nötigenfalls bei Schlechtwetter auch tragen muss."

28.5.2006 13:23